Ponta de São Lourenço – Wanderung auf Madeira

Ponta de São Lourenço – Wanderung auf Madeira

Die Wanderung auf der Ponta de São Lourenço Halbinsel bietet einen tollen Kontrast zum Rest der Insel. Denn, wenn man Madeira erkundet, ist man fast immer umgeben von viel Grün. Die Vegetation im Nordosten der Insel ist allerdings recht karg und trocken.
Das macht sie allerdings auf keinen Fall weniger schön oder uninteressant!
Die Wanderung wird oft zwischen leicht und mittelschwer beschrieben. Wir tendieren eher zu mittelschwer. Die Wege sind bis auf das letzte steile Stück zwar nicht so anspruchsvoll, allerdings gibt es keinen einzigen Schattenplatz und die Hitze kann einem dann schon mal zu schaffen machen.

 

Fakten

Distanz: 7,2 km
Wanderzeit: 2:45 h
Schwierigkeitsgrad: mittel
Höhenmeter: ⇑ 310 m ⇓ 310 m

Wegpunkte: Parkplatz – Casa do Sardinha – Ponta de Furado (Gipfel) – Parkplatz

Bei dieser Wanderung lauft ihr vom Parkplatz bis zum (zu Fuß möglichen) Ende der Halbinsel und das auf der gleichen Strecke zurück.
Die Wanderung ist sehr gut frequentiert, weshalb es Sinn ergibt so früh wie möglich loszulaufen.

Benötigtes Equipment: gute Wanderschuhe, Kopfbedeckung, Wasser, optional: Wanderstöcke, genügend Verpflegung

Parken: Ihr könnt direkt am Start der Wanderung kostenfrei parken. Am Startpunkt befindet sich ein kleiner Foodtruck.

Drohnen: Das komplette Gebiet Ponta de São Lourenço ist ein Naturschutzgebiet. Das bedeutet ihr benötigt zu eurer regulären Genehmigung (ANN) noch eine zweite Sondergenehmigung (ICNF) um dort zu fliegen. Wenn ihr noch über Wasser fliegt, benötigt ihr außerdem das Okay des Kapitäns (AMN), welcher für die Gewässer um Madeira zuständig ist.
Es ist also möglich, dass ihr bis zu drei Genehmigungen benötigt, um dort legal zu fliegen.

Sonnenaufgang am Ponta de Rosto

Bevor ihr euch an die Wanderung wagt, solltet ihr den Sonnenaufgang am Ponta de Rosto genießen. Der Ort ist mittlerweile schon recht bekannt, ist aber tatsächlich einer der schönsten Stellen auf der Insel, um den Tag zu starten.
Wir sind vom Ponta de Rosto etwa 30 Minuten weiter auf einen kleinen Berg hochgelaufen, um von dort den Sonnenaufgang anzuschauen. Wenn ihr noch die Wanderung vor euch habt, ist das vielleicht etwas viel, aber für uns hat sich der Abstecher definitiv gelohnt, denn der Ausblick war atemberaubend. 

Start der Wanderung

Der Startpunkt der Wanderung befindet sich an einem Parkplatz am Ende der ER109.
Bringt euch auf jeden Fall genug Wasser mit, damit ihr euch auf dem Rückweg kein überteuertes Wasser beim Foodtruck kaufen müsst.
Nehmt außerdem eine Kopfbedeckung mit. Die Sonne kann erbarmungslos sein und ihr werdet keinen Schattenplatz finden.

Der Weg führt zunächst bergab auf einem Schotterweg. Bereits zu Beginn habt ihr einen Blick auf die eher schroffe Landschaft mit dem Meer immer im Sichtfeld.

Auf dem Weg, der sich mal über Stufen und mal über das Gestein wechselt, habt ihr regelmäßig einen tollen Blick auf die Klippen.

Der höchste Punkt der Wanderung liegt bei 125 Metern. Da ihr aber ständig auf und ab lauft, sammeln sich doch einige Höhenmeter an.

Ihr könnt die ganze Zeit nur einem Weg folgen, bis sich irgendwann eine Gabelung zeigt. Es spielt allerdings keine Rolle wo ihr langgeht, denn hier kommt ein kleiner Loop bis zum Restaurant Casa do Sardinha.  Wie eine kleine Oase liegt die Einkehrmöglichkeit, mit Picknicktischen umzingelt von Palmen, in der kargen Landschaft eingebettet. 
Wer Lust hat, kann sich jetzt etwas Kleines gönnen. Wir sind übrigens nicht eingekehrt, sondern bei der Gabelung rechts gelaufen. Dort sind, bevor man zum Restaurant kommt, auch ein paar Picknicktische, bei denen wir unser mitgebrachtes verzehren konnten.
An diesem Punkt gibt es übrigens Kajak Verleihe. Wenn ihr also mal Lust habt die Halbinsel auf dem Wasserweg zu erkunden, wäre hier eine Möglichkeit das zu tun.

Offiziell ist der Wanderweg dann beim Restaurant auch zu Ende. Doch wir wollen noch ein kleines Stück weiter gehen.
Hinter dem Gebäude findet sich ein steiler Weg auf den Gipfel Pico de Furado.
Dieser Teil kann auch im trockenen Zustand sehr rutschig sein, deshalb ist gutes Schuhwerk umso wichtiger. Das ist noch der schwerste Teil der ganzen Wanderung, allerdings ist er auch recht kurz.

Von oben bietet sich dann ein toller Rundumblick und erst dann hat sich bei uns das „Geschafft!“ Gefühl eingestellt. Wir wandern eben am liebsten für eine schöne Aussicht.
Bei gutem Wetter habt ihr übrigens Blick auf die unbewohnte Insel Ilhas Desertas, welche auch noch Teil von Madeira ist.
Und an besonders klaren Tagen ist es sogar möglich bis nach Porto Santo zu schauen!

Auf dem gleichen Weg könnt ihr nun wieder zurücklaufen. Je nachdem wie ihr beim kleinen Loop gelaufen seid, könnt ihr jetzt die andere Richtung nehmen. Der Großteil des Wegs ist aber gleich, diesmal habt ihr nur eine andere Perspektive auf die Kulisse.

Fotospot auf dem Rückweg

Wenn ihr von der Halbinsel herunterfahren möchtet, empfehlen wir noch einen bestimmten Fotospot. 
Wenn ihr von der ER109 Richtung Aussichtspunkt „Ponta do Rosto“ fahrt, findet sich nach dem Kreisverkehr eine malerische Straße.
In Google findet ihr sie in der Nähe von „Vulcão Penha de Águia“.
Den Ausblick habt ihr, wenn ihr wieder zurück Richtung ER109 schaut.

Wir hoffen, unsere Impressionen zu der Wanderung haben euch gefallen. Für uns ist dieser Ort einfach wunderschön, auch wenn er zwischenzeitlich sehr stark besucht ist. Wer nicht gerne wandert, sollte zumindest bis zum Aussichtspunkt fahren, welchen wir gleich zu Beginn des Artikels erwähnt haben.
Wie sieht es aus, haben wir euch Lust auf diesen tollen Weg gemacht?

25 Fontes & Risco Wasserfall – Wanderung auf Madeira

25 Fontes & Risco Wasserfall – Wanderung auf Madeira

Die Wanderung zu den 25 Fontes und dem Risco Wasserfall gehört zu den beliebtesten Wanderungen auf Madeira und ist deshalb auch ganzjährig einer der am stärksten besuchten Wege der Insel.
Das liegt an der guten Anbindung und dem nicht so anspruchsvollen Weg. 

Fakten

Distanz: 10,2 km
Wanderzeit: 4 h
Schwierigkeitsgrad: mittel
Höhenmeter: ⇑ 450 m ⇓ 450 m

Wegpunkte: Parkplatz – Forsthaus – Risco Wasserfall – 25 Fontes – Forsthaus – Parkplatz

Benötigtes Equipment: gute Wanderschuhe, optional: Wanderstöcke, genügend Verpflegung, Badekleidung

Parken: Ihr könnt direkt am Start der Wanderung kostenfrei auf einem Schotterparkplatz parken.

Start am Parkplatz

nStartpunkt der Wanderung ist in Rabacal. Direkt an der ER105 befindet sich ein großer Schotterparkplatz, von dem die Wanderug gestartet werden kann. Direkt am Anfang gibt es eine Abzweigung, bei der ihr euch links auf dem asphaltierten Weg halten solltet, wenn ihr die einfachere Variante laufen wollt.
Wenn ihr eine untouristische und anstrengendere Route laufen möchtet, könnt ihr hier direkt nach rechts abbiegen. Bei diesem Weg umlauft ihr die Levada und trefft etwa bei der Hälfte auf den Hauptweg. Da die Strecke wirklich gut besucht ist und man sich an sehr engen Abschnitten aneinander vorbeiquetschen muss, wäre das eine gute Alternative.
Wir selbst sind sie aber nicht gelaufen und können daher keine Erfahrungen mit euch teilen.
Der asphaltierte Anfang ist noch recht unspektakulär, obwohl es immerwiedr schöne Aussichten gibt. Wir sind nur nicht so große Fans vom Wandern auf Asphalt und fragten uns wann die Levada endlich losgeht.
Es geht hier schon gut bergab. Das wird also wieder eine Wanderung, bei welcher der Rückweg sehr anstrengend wird!
Nach ca. 30 Minuten erreicht ihr ein Forsthaus. Hier kann man auch einkehren und sich vor allem nach der Wanderung mit Leckerein den Bauch vollschlagen.
Diese 30 Minuten lassen sich auch mit einem Shuttle Bus überbrücken, welcher ca.
2 € pro Person kostet. 

Risco Wasserfall

Vom Forsthaus aus folgt ihr nun der Beschilderung in Richtung 25 Fontes und Risco Wasserfall auf einem schmalen Wanderpfad. So gefällt uns der Weg schon viel besser!
Es geht entlang der moosbewachsenen Levada und vorbei an wunderschönen Bäumen. Es wird immer grüner und genauso haben wir es uns vorgestellt.
Nach relativ kurzer Zeit erreicht ihr eine Abzweigung. Links geht es zu den 25 Quellen (25 Fontes) und rechts, bzw. geradeaus zum Risco Wasserfall. Wir selbst sind zuerst zum Risco Wasserfall.
Wir waren schon recht spät dran, da wir an diesem Tag zuerst zum Sonnenaufgang beim Pico do Arieiro waren. Da es zu bewölkt war, sind wir dann lieber auf die Hochebene zum wandern gefahren. Wären wir früher dran gewesen, hätten wir uns erst die 25 Fontes angesehen, da es hier tagsüber sehr voll wird.

Nach einem eher kurzer Spaziergang von einem Kilometer landet ihr direkt am Risco Wasserfall. Der Weg ist sehr anspruchslos, hat keine Steigung und ist relativ breit.
Der Risco Wasserfall fliesst ganze 100 Meter hinab, doch leider kommt man nicht näher als zur Aussichtsplattform heran.
Wir fanden es dort wirklich schön, allerdings muss er nach ein paar Regentagen deutlich beeindruckender sein.

Ursprünglich führte der Wanderweg noch durch einen Tunnel direkt unter dem Wasserfall entlang. Dieser ist aber mittlerweile aus Sicherheitsgründen abgesperrt und der Weg endet bei der Aussichtsplattform.

Hier lassen sich übrigens auch, wie beim Vereda dos Balcões, Vögel füttern. Sie sind genauso zutraulich und wir haben hier mit ihnen eine kleine Mittagspause verbracht. Wir haben hier vielleicht etwas zu viel Zeit gelassen, aber wir waren einfach in bester Gesellschaft.

 

25 Fontes

Nun lauft ihr vom Risco Wasserfall den Kilometer zurück zur Abzweigung und folgt dem Schild Richtung „25 Fontes“. Der Weg zu den Quellen führt euch über viele Stufen hinab.
Manchmal ist der Weg so eng, dass zwei Leute nicht nebeneinander laufen können. Wenn Gegenverkehr kommt, dann müsst ihr warten und die anderen erstmal vorbei lassen. Oder die anderen warten für euch.
Es gibt aber immer wieder diese Menschen, für die warten ein Fremdwort ist. Sie laufen dann einfach, obwohl ihr mitten auf dem Weg seid. Dann müsst ihr euch aneinander vorbeiquetschen. 

Wenn ihr eine Brücke erreicht geht es auch mal wieder bergauf – eine willkommene Abwechslung für unsere Beine. Es geht vorbei an alten Lorbeerbäume und immer entlang der Levada Kanälen.  

Ihr merkt, dass ihr angekommen seid, wenn plötzlich noch mehr Menschen auftauchen (außer natürlich ihr seid zum Sonnenaufgang unterwegs). Die 25 Fontes sind wie eine kleine Schlucht. Die Wände sind mit grünem Moos bewachsen und rundherum fließen überall kleine Wasserströme herab. Es sieht wirklich wunderschön aus, doch wenn ihr tagsüber unterwegs seid, werdet ihr nicht alleine sein.

Einige trauen sich in ihre Badekleidung zu hüpfen und sich eine Abkühlung im eiskalten Wasser zu holen.

Rückweg

Die Wanderung ist kein Rundwanderweg, das heißt wir müssen den selben Weg wieder zurücklaufen.
Entweder ihr lauft den normalen Weg zurück bis zum Forsthaus oder ihr folgt der alternativen, aber deutlich anstrengenderen Route (Lagoa do Vento Wanderweg).

Im Forsthaus könnt ihr nun also entweder einkehren oder direkt weiter und den asphaltierten Weg hinauf. Wir fanden übrigens diesen Abschnitt am anstrengendsten an der ganzen Wanderung. Aber es ist absolut machbar.
Wenn ihr keine Lust mehr habt, könnt ihr euch natürlich auch für einen Shuttle Bus entscheiden, welcher euch zurück zum Parkplatz bringt.

Wenn ihr eine geführte Wanderung bucht, werdet ihr übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit den asphaltierten Abschnitt nicht laufen müssen.

Wir hoffen unsere Impressionen zu der Wanderung haben euch gefallen. Obwohl es sehr überlaufen war, können wir die Wandeurng auf jeden Fall empfehlen. Allerdings zum Sonnenaufgang und dann zuerst zu den 25 Fontes statt zum Risco Wasserfall.

Wanderung vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo – die schönste Wanderung Madeiras

Wanderung vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo – die schönste Wanderung Madeiras

Die Wanderung vom Pico do Arieiro zum höchsten Gipfel Madeiras, dem Pico Ruivo gilt als ein absolutes Highlight der Insel. Für uns ist sie in jedem Fall eine der schönsten Wanderungen Madeiras, sogar eine der schönsten die wir generell gelaufen sind. Allerdings ist sie auch eine der schwierigsten Wanderungen der Insel! Ihr solltet dafür schwindelfrei sein und eine gewisse Kondition sowie Erfahrung im alpinen Gelände mitbringen.

Fakten

Distanz: 11.7 km
Wanderzeit: 7:15 h
Schwierigkeitsgrad: schwer
Höhenmeter: ⇑ 1000 m ⇓ 1000 m

Wegpunkte: Pico do Arieiro – Pico Ruivo – Pico do Arieiro
Bei dem Weg wandert ihr vom dritthöchsten Gipfel (Arieiro), vorbei am zweithöchsten Gipfel (Torres) zum höchsten Gipfel (Ruivo) und das auf der gleichen Strecke zurück.

Benötigtes Equipment: gute Wanderschuhe, Taschenlampe (Smartphone oder besser: Stirnlampe), optional: Wanderstöcke, genügend Verpflegung 

Parken: Ihr könnt direkt am Start der Wanderung kostenfrei parken. Am Startpunkt befindet sich ein Café, ein WC (kostet 0,50 €) und eine Militärstation.
Achtung: Durch die Radarstation der portugiesischen Luftstreikkräfte könnt ihr nicht direkt im Umkreis mit eurer Drohne fliegen.

Sonnenaufgang am Pico Arieiro

Der Sonnenaufgang auf dem Pico do Arieiro gilt als einer der schönsten den ihr auf der Insel haben könnt. Wenn ihr Glück habt, liegt euch ein Wolkenmeer zu Füßen und der Sonnenaufgang geht spektakulär über den Wolken auf! Doch die Betonung liegt auf „Wenn ihr Glück habt„. Das war tatsächlich unser vierter Anlauf für einen Sonnenaufgang dort und unser dritter Anlauf für die Wanderung.
Im Oktober 2021 waren wir Mitten in den Wolken und haben unsere eigene Hand vor den Augen nicht gesehen. Beim zweiten Mal hatten wir es ein paar Tage vor der eigentlichen Wanderung versucht. Der Wind war zu diesem Zeitpunkt aber so stark, dass wir auch keine Lust hatten mehrere Stunden so unterwegs zu sein.
Und dann kam unser Tag. Das Wetter war perfekt. Wir über den Wolken und eine traumhafte Aussicht jagte die nächste. Pflichtprogramm ist also diese Wanderung zum Sonnenaufgang zu starten! Allerdings auch weil sie so lange dauert und ihr vor Sonnenuntergang zurück sein solltet.

Start der Wanderung

Der Startpunkt der Wanderung befindet sich direkt hinter dem Hauptgebäude in dem sich das Café und WC befinden. Unterhalb des ersten Aussichtspunkt folgt ihr links dem Pfad in Richtung Pico Ruivo, welcher zu jeder Zeit gut ausgeschildert ist. Euch werden zwei Wege vorgeschlagen, allerdings ist einer der Passagen aus Sicherheitsgründen seit längerer Zeit nicht mehr passierbar und wird es in Zukunft vielleicht auch nicht mehr. Ihr könnt also nur einem Weg folgen.
Der Weg führt zunächst bergab – und das noch eine ganze weile. Bereits zu Beginn eröffnet sich ein malerisches Panorama. Madeira – wie schön möchtest du eigenltich noch werden? Wer nicht viel Wandern möchte, sollte zumindest ein kleines Stück den Pfad gehen, es ist wirklich unbeschreiblich schön! Nach rund 700 Metern gibt es einen Aussichtspunkt: den Miradouro do Ninho da Manta. 

Weiter geht es bergab über viele Treppenstufen den teilweise sehr schmalen Pfad entlang. Es geht so stark bergab, dass wir uns beim Hinweg bereits über den Rückweg gedanken machen. Das wird anstrengend…
Dennoch, die Berglandschaft von Madeira sieht mit jeder Minute anders aus und so tragen die interessanten Bergformationen und die immer wieder aufziehenden und sich ständig verändernden Wolkenformationen ihr Bestes dazu bei.
Auf dem Weg findet ihr insgesamt fünf Tunnel, welche durchquert werden müssen. Die Tunnel sind teilweise recht lang und wir empfehlen eine Stirnlampe. Wir hatten nur unsere Smatphones, was auch gereicht hat, aber nicht so komfortabel und hell war.

Irgendwann kommt ihr an steil nach oben führenden Stahltreppen an. Sie sind etwas in die Jahre gekommen, aber erledigen den Job: Nämlich euch 300 Höhenmeter nach oben zu bringen. Die Stufen sind zwar schwierig zu begehen, aber machbar, da ihr überall eine Sicherung habt und euch festhalten könnt. Generell ist der ganze Weg, bis auf einen kurzen Abschnitt, sehr gut gesichert. Wir haben uns zu jeder Zeit wohl gefühlt, auch wenn der Weg stellenweise durch sehr anspruchsvolles Terrain geführt hat. Ich habe übrigens Wanderstöcke dabei gehabt und würde die Strecke nicht ohne laufen wollen. Alex kam gut zurecht, hat aber generell eine bessere Koordination und Gleichgewicht als ich.
Wenn ihr die Passhöhe dank der Stahltreppen überwunden habt, werdet ihr mit einer grandiosen Aussicht am Sonnenplateu belohnt!
Nun geht es erstmal durch eine recht ausgetrocknete Landschaft. Vor einigen Jahren gab es hier einen starken Waldbrand, der bis heute seine Spuren hinterlassen hat. Die Bäume sind weiß und verleihem der Gegend etwas sehr mystisches. Wir fühlen uns wie in einem Märchen, während wir die traurige Landschaft durchqueren.

Pico Ruivo

Nach rund 6 Kilometern erreichen wir die Berghütte Casa do Ruivo. Hier kann man sich ausruhen, etwas Trinken oder Essen. Unser Blick war allerdings auf den Gipfel gerichtet, denn wir hatten es noch nicht ganz geschafft. Die letzten Stufen bis zum Gipfel des Pico Ruivo haben sich gefühlt wie Kaugummi gezogen, waren wir doch schon drei Stunden unterwegs und hatten noch keine Pause gemacht.
Doch als wir es endlich geschafft haben, haben wir uns über unsere Verpflegung hergemacht und die Aussicht genossen. Leider hat es ziemlich schnell zugezogen und es war irgendwann nicht mehr so viel von der Aussicht zu sehen. Als wir uns ausgeruht hatten, ging es also den kompletten Weg wieder zurück.
Und der Rückweg war tatsächlich anstrengender als der Hinweg. Vor allem die letzte Stunde bergauf zum Pico do Arieiro ging gut in die Beine. Besser als jedes Workout!

Sonnenuntergang am Pico do Arieiro

Wenn ihr, so wie wir, etwa 7 Stunden für die Wanderung benötigt und zum Sonnenaufgang startet, seid ihr natürlich für den Sonnenuntergang zu früh dran.
Was wir euch aber empfehlen, ist entweder (beim Café oder im Auto) darauf zu warten, wenn das Wetter passt oder ein anderes Mal wieder zu kommen.
Wir fanden den Sonnenuntergang am Gipfel einfach nur traumhaft, da die Sonne zwischen den Bergen untergeht und die Kulisse einmal mehr wie gemalt aussieht.

Wir hoffen unsere Impressionen zu der Wanderung haben euch gefallen. Für uns ist dieser Ort ein kleines Paradies für Wanderfreunde. Und auch wer nicht gerne wandert, sollte zumindest bis zur ersten Aussichtsplattform laufen.
Wie sieht es aus, haben wir euch Lust auf diesen spektakulären Weg gemacht?

Rundwanderung zum Leuenfall (Appenzell)

Rundwanderung zum Leuenfall (Appenzell)

Der Alpstein im Appenzellerland ist einer der beliebtesten Regionen in Schweiz. Berühmt vor allem durch den Appenzeller Käse, das Quöllfrisch Bier, aber natürlich auch Instagram Hotspots wie das Gasthaus Äscher oder den Seealpsee. Heute wollen wir euch einen wunderschönen Wasserfall in dieser Region vorstellen.

Eigentlich wollten wir den Leuenfall diesen Sommer besuchen. Doch dann hatte ich ein Foto vom Leuenfall in vereister Landschaft auf Instagram gesehen. Das gab mir sofort „Disneys Eiskönigin“-Vibes und mir war klar – das müssen wir uns unbedingt anschauen!

Da wir von unserer Finnland Reise abgehärtet waren, ging es direkt los.

Fakten

Distanz: 13.19 km
Wanderzeit: 4 h
Schwierigkeitsgrad: einfach, im Schnee kann es aber schnell anstrengender werden zu wandern
Höhenmeter: ⇑ 563 m ⇓ 563 m

Wepunkte: Weissbad – Ahorn – Leuenfall – Lehmen – Weissbad

Die Wanderung

Die Wanderung startet beim Bahnhof Weissbad. Die Ortschaft ist der Ausgangspunkt für viele Wandeurngen im Alpstein, deshalb auch ein beliebtes Ziel.
In südwestlicher Richtung geht es erst einmal steil über Stufen bis zu einer großen Wiese. Ab hier ist der Weg nach Ahorn immer gut ausgeschildert. Der Leuenbach selbst wird übrigens erst recht spät ausgeschildert, achtet also immer auf die Bezeichnung „Ahorn“.
Ein kleiner Teil wird am Anfang übrigens auch auf dem Asphalt gelaufen. Uns hat das nicht sonderlich gestört, denn Verkehr war hier nicht vorhanden – und das an einem Samstag.
Den größten Teil stapfen wir durch Schnee. Die Wanderung kann für einige statt „einfach“ auch eher als „mittelschwer“ gelten, denn es geht etwas bergauf und das in kombination mit Schnee kann streckenweise anstrengend werden.
Der Wanderweg führt abwechslungsreich durch Wälder, offene Wiesen und über Brücken welche wunderschön aussehen. Auf der linken Seite immer die Berge des Alpstein im Blick. Im Sommer muss der Weg nicht weniger traumhaft sein!

Auf dem Weg liegt übrigens die Kapelle „Sieben Schmerzen Mariens“ (Sonnenhalbchappeli). Diese könntet ihr allerdings auch auf dem Rückweg mitnehmen. Wir haben sie beim Hinweg angeschaut.

Die erste kleine Pause gibt es an der Ahorn-Kapelle. Der Wanderweg dorthin war auf Grund von Holzschlag gesperrt gewesen, doch wenn man der regulären Straße folgt, kann man unterhalb des Hügels einen anderen, sicheren, Wanderweg nehmen.
Die Wallfahrtskapelle sieht durch die beeindruckende Bergkette im Hintergrund gleich viel imposanter aus und wir sind froh die andere Abzweigung gefunden zu haben. Ansonsten wäre es für uns direkt zum Wasserfall gegangen. Bei der Kapelle findet sich auch das Ahorn Gasthaus. Bei unserem Besuch war es geschlossen, wir hatten allerdings Proviant dabei und nachdem wir unsere Brezeln verzehrt haben, ging es gemütlich bergab in Richtung Leuenfall.
Ab der Ahornkappel ist der Wasserfall auch ausgeschildert, also sollte es keine Probleme geben diesen zu finden.

Gemütlich bergab geht es durch die Wälder in Richtung Leuenfall.
Der Wasserfall liegt nicht direkt auf dem Wanderweg, sondern bei einer kurzen Abzweigung. Man läuft wirklich nur zwei Minuten die Abzweigung hinein und befindet sich dann direkt beim Wasserfall.
Es sieht wirklich sehr beeindruckend aus wie alles zugefroren ist, sich aber immer noch etwas Wasser den Weg nach unten bahnt. Unten liegt eine dicke Schnee und Eisschicht die bläulich schimmert.
Kein Wunder, dass es mich an einen Disneyfilm erinnert so märchenhaft wie es aussieht.
Wir bleiben zum fotografieren und um innezuhalten. Es ist noch ein weiteres Paar da, danach kommt ein älteres Ehepaar. Es sind die ersten Menschen, welche wir bisher auf dem Weg angetroffen haben.
Das liegt allerdings daran, dass in der Nähe ein Parkplatz beim Waldgasthaus Lehmen ist und die meisten mit dem Auto dorthin fahren und nur zum Wasserfall schauen.
Nachdem wir gut durchgefroren, aber auch sehr zufrieden waren, haben wir uns auf den Rückweg gemacht.

Der Rückweg ist sehr einfach und gemütlich, denn es ist entweder eben oder geht bergab.
Um auf der richtigen Wanderroute zu bleiben muss man knapp 500 Meter nach dem Waldgasthaus Lehmen beim Bauernhof Eugst links abbiegen. Über diesen Pfad kommt ihr wieder auf die urspüngliche Route und könnt die Kapelle in Sonnenhalb anschauen, wenn ihr diese nicht schon beim Hinweg mitgenommen habt.
Damit habt ihr den Loop geschafft und es geht auf bereits bekannter Strecke wieder nach Weissbad.
Es ist übrigens auch Möglich auf der asphaltierten Straße weiterzulaufen und nicht beim Bauernhof links einzubiegen. Ihr kommt dadurch auch in Weissbad an. Diese Straße ist allerdings doch gut befahren und nicht so entspannt zu laufen, allerdings spart ihr euch einen kleinen Aufstieg auf dem Wanderweg.

Alternative zum Rundweg

Wie bereits erwähnt, ist es auch möglich, von Lehmen aus zum Leuenfall spazieren. Dort gibt es ausreichend Parkplätze und von Weissbad sind es nur 5-10 Minuten zu fahren. Der Weg bis zum Wasserfall dauert dann zu Fuß nur etwa 10 Minuten. Wenn ihr die Ahornkapelle noch mitnehmt, lauft ihr insgesamt etwa 5 Kilometer.

Tipps zum Polarlichter fotografieren

Tipps zum Polarlichter fotografieren

„Wie habt ihr die Polarlichter fotografiert?“ war eine der meistgestellten Fragen auf unsere Instagram Bilder. Wir möchten kein ewig langen Beitrag verfassen mit unglaublich komplexen Einstellungen. Wir sind selbst keine Profis und das Fotografieren der Nordlichter ist eine schwierige Sache, denn sie können sehr schnell sein und oft unterschiedlich hell leuchten. Uns ist sogar passiert, dass wir mal überbelichtet haben, da der Mond sehr hell geleuchtet hat.
Wir möchten dennoch eine kurze Zusammenfassung bereitstellen für alle, die danach suchen.
Voraussetzungen
Die Aurora Borealis sieht man am besten in der Polarregion. Diese Region gibt es sowohl um den Nord- als auch den Südpol. Dieses Gebiet ist als Aurora-Zone oder das Aurora-Oval bekannt.
Im Norden fängt die Zone ab der Polargrenze an. In Finnland (wo wir waren) also um Rovaniemi oder nördlicher. Für die Nordlichter gilt: Je weiter nördlich man fährt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, sie zu erleben. Doch keine Sorge, wir waren auch „nur“ in Rovaniemi unterwegs und haben sie mehr als intensiv erlebt.
Eigentlich sind die Lichter das ganze Jahr über aktiv, allerdings ist es im Sommer zu hell um sie sehen zu können. Hier kommt schon die erste Bedingung für die Nordlichter: Es sollte so finster wie möglich sein.
Der Winter dauert in der Arktis von Ende September bis März. Ihr solltet eure Reise also am besten zu dieser Jahreszeit unternehmen. Bedenkt aber, dass es zu dieser Zeit nur um die vier Stunden Tageslicht hat. Perfekt für Nordlichter, eher weniger für andere Aktivitäten. 
Wenn ihr euch ausserdem in einer Stadt befindet, fahrt unbedingt aus der Stadt heraus, denn die Lichtverschmutzung, welche Städte verursachen, behindern das Vorhaben.
Die Aurora erscheint dann zwischen 17:00 Uhr und bis in die frühen Morgenstunden. Oft nur für wenige Minuten, wenn man Glück hat mehrere Stunden. Und wir hatten unfassbares Glück: Von 19:30 Uhr bis vier Uhr morgens konnten wir fast durchgehend Nordlichter am Himmel sehen.
Ein weiteres Kriterium um die Lichter zu sehen, ist ein (nahe zu) wolkenfreier Himmel. Wir hatten vier Tage lang einen stark bewölkten Himmel und es war wirklich überhaupt nichts zu sehen.
Zusammengefasst:

  • Beste Reisezeit: Ende September bis März
  • Ort: Arktis, umso nördlicher desto besser
  • Wolkenfreier Himmel
  • Keine Lichtverschmutzung durch Städte
Wie weiß ich, dass Nordlichter erscheinen werden?
Eine 100 % Garantie gibt es leider nicht. Wir waren jede Nacht wach – auch an den bewölkten Nächten, da wir immer die Hoffnung hatten doch etwas sehen zu können.
Es gibt heutzutage aber tolle kleine Helfer: Aurora Apps, welche einen benachrichtigen, wenn Nordlichter am Himmel sind. Wir haben zwei während unserer Finnland Reise genutzt. Einmal „Aurora Alert – Rovaniemi“ und einmal nur „Aurora“ (oder „Polarlicht-Vorhersage“).
Die erste App ist natürlich nur auf Rovaniemi beschränkt, hat aber perfekt funktioniert. Wir wurden per Push-Up Benachrichtigung informiert, als die Lichter am Himmel waren.
Bei der „Aurora“ App kann man noch mehr die aktuellen Lichter, unabhängig vom Standort, tracken. Dort kann man aber zusätzlich seinen Standort angeben und wird auch hier benachrichtigt, wenn die Möglichkeit von Nordlichtern besteht.
In den Apps wird auch der sogenannte KP-Index angezeigt. Er gilt allgemein als sehr verlässlich, allerdings auch nicht unfehlbar. Der KP-Index geht von einer Skala von eins bis neun, wobei eins wenig Aktivität und neun eine hohe Aktivität bedeutet.
Die Bilder, welche ihr hier seht haben einen KP-Wer zwischen 2 und 5.3. Das war das höchste gemessene laut unserer App. Wir finden schon 5.3 übermäßig spektakulär, wie die Lichter am Himmel tanzen und regelrecht aufleuchten. Wir können uns gar nicht vorstellen, was bei einem Wert von 9 am Himmel los sein muss.
Zusammengefasst:

  • „Aurora“-App zum tracken der Nordlichter
  • KP-Wert von 1-9 um die Intensität vorauszusagen.
  • Bei KP-Werten von 3-5 sind die Lichter schon mit bloßem Auge sehr intensiv wahrnehmbar
Die richtige Ausrüstung

Natürlich könnt ihr versuchen mit dem Smartphone die Nordlichter zu fotografieren. Bei starker Intensität wird euch das mit modernen Modellen auch gelingen. Wir haben auch einige Bilder mit dem iPhone gemacht und waren positiv überrascht! Im Vergleich zu den Bildern mit unserer Kamera sind diese aber doch stark verrauscht.
Deshalb empfehlen wir euch die Fortografie mit einer Kamera, welche ihr manuell einstellen könnt.
Ausserdem ein lichtstarkes Objektiv, idealerweise eine Blende von 2.8 oder besser. Vorzugsweise Weitwinkel.
Ein Stativ, damit nichts verwackelt und optional ein Fernauslöser.
Eine Stirnlampe kann bei ziemlicher Dunkelheit helfen, wir haben sie durch den hellen Mond nicht benötigt.

Kamera Einstellung

Wie gesagt sind wir keine Fotografie-Profis, aber wir finden unsere Bilder doch ganz passabel. Deshalb hier unsere Kamera Einstellung zum Fotografieren der Aurora:

Blende 1.8 bzw. 2.8
ISO zwischen 1600 und 6400
Belichtungszeiten zwischen 1/4 Sekunden und 5 Sekunden
WB bei 3400 K
Bildstabilisator unbedingt ausschalten
Schärfe auf unendlich

Wir hatten zudem Vollmond, was den Vordergrund sehr hell erscheinen lässt – wir werfen sogar einen Schatten auf unseren Bildern.
Ein heller Vollmond ist eigentlich sehr kontraproduktiv für die Polarlichter, da es bei schwacher Intensität sein kann, dass man die Lichter dadurch nicht mehr sieht. Zum Glück hatten wir sehr leuchtstarke Nordlichter in dieser Nacht und keine Probleme beim beobachten und fotografieren.

Wenn ihr nicht so schnell bewegende Nordlichter habt, könnt ihr euch an diesen Verschlusszeiten orientieren:
Langsam bewegende Lichter: 5 – 15 Sekunden
Schwache Lichter: 15 – 25 Sekunden

São Vicente
São Vicente
São Vicente
Wir hoffen unsere Zusammenfassung hilft dem ein oder anderen beim Nordlicht-Abenteuer! Dieses Spektakel zu beobachten und auch fotografieren zu dürfen war ein absolutes Highlight in unserem Leben. Wir haben wirklich schon tolle Erlebnisse gehabt, aber das ist auf einem anderen Level.
Wir hoffen, dass ihr euch den Wunsch von Nordlichtern erfüllen könnt. Aber denkt daran, es gehört auch eine gehörige Portion Glück dazu! In der Natur lässt sich nichts erzwingen.