Niemals Japan – Rezension

Niemals Japan – Rezension

„Was Sie dachten NIEMALS über JAPAN wissen zu wollen“ nimmt uns mit auf eine skurrile Faktenreise durch das Land der aufgehenden Sonne. Wir selbst waren bereits in Japan und es ist eines unserer Lieblingsländer – wenn nicht sogar DAS Lieblingsland. Umso unterhaltsamer war das Buch für uns. Einige Dinge haben wir selbst auch so erlebt und einiges kenne ich zumindest durch mein Wissen aus Mangas & Animes. Vieles davon dürfte für die Mehrheit jedoch eine große Überraschung sein, denn so ehrlich habe ich noch keinen über Japan schreiben sehen.

 

Ich bedanke mich bei dem CONBOOK Verlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar.
Meine Meinung zum Buch wird davon nicht beeinflusst. 

INHALTSANGABE

Was die Touristeninformation verschweigt…

Sushi, Godzilla, strahlende Atomkraftwerke und gebrauchte Damenwäsche aus Automaten – skurrile Gerüchte und bizarre Vorurteile gibt es über das Inselreich am Rande des Pazifiks wahrlich genug. Was allerdings die Wenigsten wissen: Die japanische Realität ist von all dem gar nicht weit entfernt.

Wussten Sie zum Beispiel, dass man in Japan rund ein Drittel eines Geschenkes in irgendeiner Form wieder zurückgeben soll? Oder dass es nichts Ahnungsloseres gibt als einen Taxifahrer in Tokyo? Dass Japaner ihre eigenen Orts- und Personennamen oftmals nicht lesen können? Und dass es kein elektrisches Gerät gibt, dem die Japaner mehr vertrauen als dem Fax?

In 55 unterhaltsamen, aber auch nachdenklichen Kapiteln klärt Sie Matthias Reich über das wahre Japan, wo man auch nur mit Wasser kocht – und einem Schuss Sojasoße, versteht sich.

Ein humorvolles Porträt über das Land hinter dem fernöstlichen Schleier in aktualisierter und komplett überarbeiteter Neuausgabe. 

Facts

Broschiert: 256 Seiten
Verlag: CONBOOK; 07. September 2022
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3958893147
ISBN-13: 978-3958893146
Preis: € 9,95 [D] • € 10,30 [A] • CHF 14,50 [CH]

Auf Amazon bestellen.

So offen und direkt hat’s noch keiner auf den Punkt gebracht
– AnimePRO.de

Japan. Alleine der Name ist Musik in meinen Ohren. Schon als Kind war ich ein großer Anime Fan. Nach der Schule wurde zuerst RTL2 eingeschalten und die aktuellsten Animes angeschaut. Dragonball, Digimon & Co. waren am nächsten Tag auf dem Schulhof immer Gesprächsstoff gewesen. In Zeiten des Binge-Watching auf Streaming Diensten und Social Media kommt mir diese Zeit als Erwachsene doch recht einzigartig vor. Aber so spricht wahrscheinlich jeder über seine Kindheit.

Meine Berührungspunkte mit Japan haben also schon früh begonnen. Als Teenager war ich auf Conventions unterwegs, habe mich an Cosplay versucht und war interessiert an der japanischen Kultur. Ich habe Events wie das „Japanische Kirschblütenfest“ besucht, das jährlich in meinem Heimatort stattfand, habe mit Freunden Filme wie „Die Geisha“ geschaut und mich sonst versucht über Bücher oder andere Medien über das Land zu informieren. 

2019 war es dann so weit und wir haben Japan besucht. 3.5 Wochen haben wir das Land bereist und der nächste Besuch ist schon fest geplant. Aber habe ich eine romantisierte Vorstellung von Japan im Kopf? Auf jeden Fall. Hat das Land so einige Probleme? Auf jeden Fall!
Das Buch „Was Sie dachten NIEMALS über JAPAN wissen zu wollen“, zeigt diese Probleme auf eine humorvolle, aber direkte Weise auf.
Der Autor selbst hat eine japanische Frau und lebt seit vielen Jahren in Japan. Von daher sind seine Informationen meiner Meinung nach als authentisch einzustufen. 

Japan - eine unserer schönsten Reisen

Warum wir Japan so lieben? Es bietet große Abwechslung. So kann man einen Ski-Urlaub im Norden planen, großartige Städtetrips in Megametropolen machen, Kultur und Geschichte durch traditionelle Städte erleben oder die schöne Natur wie z. B. am Mount Fuji genießen. Jede Gasse wirkt irgendwie fotogen und Japan hat einfach einen ganz eigenen Vibe.  Die Liebe zu Manga, Anime und japanischen Videospielen tut letztlich sein Übriges. 

55 kurze Kapitel auf den Punkt gebracht

Das Buch ist in 55 Fakten aufgegliedert. Jeder Fakt hat ein bestimmtes Thema, wie zum Beispiel „Fremdsprachen“. Die Überschriften sind so formuliert, dass sie direkt ins Auge stechen und Neugier wecken. Beim Thema „Fremdsprachen“ wäre das: „Japaner führen einen irrwitzigen Kampf gegen die englische Sprache“. Es folgt eine Erläuterung zum Thema sowie zusätzliche Fakten umrahmt von roten Kästen. Uns selbst ist auf unserer Reise auch aufgefallen, dass fast niemand Englisch konnte. Wir hatten es tatsächlich an einer Hand abzählen können, wie oft wir auf Englisch zurechtkamen.
Die Hintergründe dazu zu erfahren war sehr interessant, zumal Japan ja eigentlich ein Global Player in der Weltwirtschaft ist. 
Die Fakten selbst wurden von Matthias Reich toll ausgewählt. Es finden sich genug Informationen, um viel über Japan zu lernen. Sei es über das Schulsystem, die Religion oder die Sprache.
Es zeigt aber auch wirklich negative Aspekte wie die Arbeitsmoral, Suizid, die Rolle der Frau oder Rassismus.

Das Buch wirkt übrigens nicht abschreckend. In der Mitte finden sich viele Punkte, warum Japan immer wieder eine Reise wert ist. Jedoch zeigt es auch die knallharte Realität des Landes auf und nimmt einem Touristen doch schnell die rosarote Brille ab.

Fazit

Der Schreibstil von Matthias Reich ist angenehm flüssig zu lesen. Die Fakten sind öfters mit persönlichen Geschichten unterstrichen, wie zum Beispiel die Zugfahrt mit einem Sitznachbar, der unangebrachte Lektüre liest. 
Die Themen sind sehr vielfältig und definitiv informativ. Ich wusste selbst schon einiges, da ich mich selbst seit über 15 Jahren mit dem Land beschäftige, aber dennoch war viel Neues für mich dabei. 
Jemand, der noch nicht viele Berührungspunkte mit Japan hatte, wird hier sicher vieles und vor allem schockierendes vorfinden.
Das Buch empfehlen wir allen, die sich in irgendeiner Form für Japan interessieren. Vor allem, wenn eine Japan Reise bevorsteht. Das hilft noch einmal, das Land in einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Die „Niemals in…“ Reihe vom Conbook Verlag bietet noch weitere Bücher über andere Länder wie zum Beispiel die USA, Indien oder Finnland. Hier findet sicher jeder ein Land, das Interesse weckt.

MEHR ÜBER DEN AUTOR
Okinawa – Das Hawaii Japans

Okinawa – Das Hawaii Japans

Das Paradies auf Erden könnte über all sein. Schon einmal vermutet, dass es in Japan ist?
Die Inselkette Okinawa ist definitiv nah dran. Topisches Wetter das ganze Jahr über, tolle Tauchspots, japanisches Essen, surfen, und noch vieles mehr. Wieso haben nur so wenige Menschen bisher etwas davon gehört? Menschen die sich für Geschichte, speziell den zweiten Weltkrieg interessieren, kennen vielleicht noch dieses abgelegene Inselparadies. Die Schlacht um Okinawa war nämlich eine der letzten Gefechte 1945 und wurde dann von den USA eingenommen. 

Okinawa ist übrigens nicht nur eine Insel. Es gibt zwar die „Okinawa Main Island“, die größte und touristische, aber es gibt tatsächlich über 150 Inseln im Ostchinesischen Meer. Wenn wir von touristisch sprechen, reden wir übrigens von Japanern, welche in Okinawa Urlaub machen und höchstens vereinzelte Amerikaner oder Chinesen. Wir sind während unserem einwöchigen Aufenthalts übrigens nur einem weiteren westlichen Gesicht begegnet. Wer also ein etwas anderes Japan kennenlernen möchte, sollte sich definitiv hier aufhalten.

TRANSPORT

Wenn ihr einen JR-Railway Pass habt – vergesst ihn. In Okinawa gibt es außer einer Magnetschwebebahn in Naha keinen Schienenverkehr. Entweder ihr mietet euch einen Mietwagen (japanische Übersetzung des Führerscheins erforderlich) oder fahrt mit dem Bus. Zwischen den Inseln verkehrt man mit Fähren oder per Flugzeug. Der größte Flughafen in Okinawa ist in „Naha“ auf der Hauptinsel.

Bus fahren in Okinawa ist am Anfang vielleicht etwas verwirrend. Mit den Busplänen konnten wir irgendwie nichts anfangen und haben einfach bei jedem haltenden Bus nach unserer Station gefragt, bis es geklappt hat.
Man steigt dann in den Bus ein, zieht ein Ticket und bezahlt dann dieses erst beim aussteigen.

OKINAWA MAIN ISLAND

Ihr werdet vermutlich nicht um die Main Island herum kommen. Auf der größten Insel Okinawas gibt es viel zu sehen, deshalb empfehlen wir euch auch ein paar Tage hier zu bleiben.

Zu den Highlights hier gehören unter anderem:

Die Shuri-Festung auf einem Hügel der Stadt. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe und aus dem 14. Jahrhundert. Leider wurde sie zerstört und 1992 wieder aufgebaut. 
Daichi Makishi Kōsetsu Ichiba – ein überdachter Markt mit tonnenweise ausgefallenem Essen. Hier kann man definitiv seinen Hunger stillen oder shoppen gehen.
Die Hokusai Street ist eine tolle Einkaufsmeile um shoppen zu gehen und bietet neben Souvenirs und Essen unter anderem auch coole Hawaii Hemden oder Surfer Kleidung.
Der Naha Fukushūen (Fuzhou Garden) ist ein wunderschöner Garten mit chinesischen Einflüssen. Zum entspannen wirklich ideal.
Am Naminoue Beach findet ihr einen kleinen Strandabschnitt zum baden gehen, imposanter ist jedoch der dazugehörige Shintō-Schrein Naminoue-gū. Da wird über Neujahr hier waren, hatten wir keine Chance den Schrein zu besichtigen. Zu viele Leute kamen für ihre Neujahrswünsche hierher. Die Leute am Schrein zu beobachten, war aber definitiv auch sehr spannend. 
Das Okinawa-Churaumi-Aquarium möchten wir nicht unerwähnt lassen, obwohl wir selbst nicht hier waren. Es ist allerdings das zweitgrößte Aquarium der Welt und beherbergt sogar Walhaie. Wir selbst haben kurz überlegt, und dann aber dagegen entschieden. Wir besuchen keine Zoos oder Aquarien mehr und bevorzugen die Tiere irgendwann in freier Wildbahn anzutreffen. 

WHALE WATCHING

Von Januar bis März ist die ideale Zeit um Buckelwale vor den Kerama Inseln zu sehen. Sie kommen den weiten Weg von Alaska nach Okinawa um ihre Kälber zu gebären und aufzuziehen. Wir selbst haben eine Whale Watching Tour gebucht, welche vom Hafen Naha aus gestartet ist. Abgesehen von Chinesen, waren wir noch mit einer Amerikanerin an Board, deren Freund auf Okinawa stationiert ist. 
Whale Watching ist immer so eine Sache, man bekommt leider keine Garantie einen Wal zu sehen. Wir hatten jedoch Glück und haben einen Wal mit seinem Kalb regelmässig blasen sehen. Das Highlight war dann kurz vor Schluss, als der Wal einmal komplett aus dem Wasser gesprungen ist. Was für ein Gänsehaut-Moment! Wir lieben die Unterwasserwelt und unser größter Wunsch ist es einmal mit Walen zu schnorcheln oder tauchen. Aber fürs erste war diese Whale Watching Tour ausreichend und definitiv empfehlenswert. Wir haben für unsere Tour 34 € pro Person bezahlt, was absolut bezahlbar ist. In anderen Teilen der Welt zahlt man für so eine Tour ja gerne mal einen dreistelligen Betrag.

TOKASHIKI ISLAND

Tokashiki Island ist die größte der Kerama Inseln. Sie liegt recht nahe an Okinawa Main Island und ist deshalb leicht und innerhalb von 35 Minuten mit der Fähre zu erreichen. Vor Ort gab es dann einen Bus, der einem zum größten und bekanntesten Strand gefahren hat: Den Aharen Beach. Der Bus war zwar nicht sonderlich voll, aber alle Insassen haben sich zum Strand begeben und wir wollten etwas mehr Ruhe haben. Wir sind also zu Fuß zum Tokashiku Beach gelaufen. Es ging in etwa 2,5 Kilometer bergauf und wir haben eine halbe Stunde gebraucht. Das war die beste Entscheidung überhaupt, denn hier war nichts los. Wir hatten den kompletten Strand wirklich für uns alleine. Es gab schöne Strandpavillions in denen wir unser mitgebrachtes Essen genießen konnten. 
Als wir eine Runde schnorcheln waren, haben wir sogar eine Schildkröte entdeckt und sind eine kurze Weile mit ihr geschwommen – das war einfach genial. Das Wasser ist super klar und das Blau unbeschreiblich. Der Blauton „Kerama-blau“ wurde übrigens nach dem Farbton des Wassers dieser Inseln benannt. 

WEITERE INSELN

Es gibt noch so viele weitere Inseln zu erkunden, leider hatten wir nur fünf Tage in diesem Paradies, aber wissen jetzt schon, dass wir noch einmal kommen werden. Schon alleine um dort zu Tauchen. 
Die Insel Yonaguni zum Beispiel beherbergt eine mysteriöse Unterwasserruine und im Winter ganze Hammerhai Schulen. 
Auf Yaeyama hat man die Möglichkeit Mantas zu sehen und Miyako ist interessant für Höhlentaucher.

Tokio – Die größte Metropolregion der Welt

Tokio – Die größte Metropolregion der Welt

Tokio – die Stadt, welche Tradition und Moderne perfekt vereint. Ein alter Tempel der vor einem Wolkenkratzer steht? So etwas erlebt man wahrscheinlich nur hier. Diese Stadt hat einfach so viel zu bieten: Tempel besuchende Mädchen in Kimonos; außergewöhnliche kulinarische Erlebnisse; ohrenbetäubende Spielhallen; Manga Figuren in den Schaufenstern; geschäftige Geschäftsleute; volle U-Bahnen; die coolste Straßenkreuzung der Welt; getunte Autos, die Nachts durch die Straßen heizen und gleichzeitig ist es doch die ruhigste Großstadt der Welt. Kaum Verkehr im Stadtkern und der Flüsterbeton machen das Flanieren im Zentrum sehr angenehm. Zudem sprechen Japaner normalerweise nicht viel in den öffentlichen Verkehrsmitteln miteinander und wenn, dann sehr leise. 
Wir lieben Tokio und es ist bis jetzt mit Abstand unsere Lieblingsgroßstadt. Fünf Tage haben wir hier verbracht und hätten locker noch ein paar Tage dranhängen können. Obwohl wir sonst lieber in der Natur sind und nicht so große Fans von Großstädten sind haben wir uns sehr schnell in Tokio verliebt.

TRANSPORT INNERHALB TOKIOS

Haben wir schon erwähnt, dass Tokio die größte Metropolregion und gleichzeitig die Bevölkerungsdichteste Region der Welt ist? Also wie bewegt man sich nun in so einem Ort am Besten fort? Klar, man kann ein wenig schlendern und zu Fuß auch viel erkunden – vorausgesetzt man bleibt in einem Stadtteil. Stattdessen empfehlen wir die (oftmals überfüllten) U-Bahnen. Wir haben den Japan-Railway (JR – das staatliche Transportunternehmen von Japan) Pass vorab gekauft und konnten dadurch mit allen JR Linien fahren.
Das U-Bahn Netz ist etwas kompliziert, denn mit dem Pass darf man nicht einfach überall fahren. Es gibt auch private Linien, die andere Tickets nutzen. Man muss ein bisschen darauf schauen, an welchem Automaten man sein Ticket dann kauft. 
Eine wundervolle Anleitung zum U-Bahn Fahren findet ihr hier auf Wanderweib.de denn besser könnten wir es nie erklären.

SENSŌ-JI IN ASAKUSA

Wer eine Idee davon bekommen möchte, wie voll es in Tokio werden kann, sollte abgesehen von U-Bahn fahren, den Sensō-ji Tempel besuchen. Asakusa ist ein noch recht ursprünglich (und gerade deshalb sehr touristischer) Stadtteil. Natürlich steht genau hier der berühmteste buddhistische Tempel Tokios. Die Hauptattraktion ist hier die Haupthalle. Wir waren zwei mal hier, einmal vormittags, als die Haupthalle geöffnet hatte und einmal bereits Abends, als die Haupthalle geschlossen hatte. Abends war kein Mensch da und man konnte die Anlage viel besser genießen, auch wenn man eben keinen Einblick in die Halle hat.
Der Eintritt in den Tempel ist kostenfrei. 

AKIHABARA

Akihabara – oder auch Electric Town genannt ist das Multimedia Viertel Tokios. Dort angekommen, erkennt man auch sehr schnell, weshalb dieser Stadtteil einen solchen Ruft hat. Denn plötzlich schallt J-Pop aus den Geschäften und überall sind Merchandise von Manga, Anime und Videospielen zu sehen. Akihabara war von allen Stadtteilen die wir in Tokio besucht habe der lauteste, aber Claudia hat sich super wohl gefühlt. Während Alex ziemlich perplex, ja sogar leicht überfordert war, grinste Claudia wie ein Honigkuchenpferd. Ja, für einen Mangafan besteht das Paradies nunmal nicht immer nur aus Palmen. Wir haben uns also durch die Shops und Spielhallen (Achtung, brutal laut!) gewühlt und haben letztlich noch das Radio Kaikan unsicher gemacht. Merchandise auf acht Stockwerken – was will Nerd mehr?
In Akihabara hat es übrigens einige Maid Cafés. Junge Mädchen stehen im Dienstmädchen Outfit vor den Lokalen und verteilen fleißig Flyer um die Leute hinein zu locken. Es ist nicht so günstig, da man bereits ein Eintrittsgeld zahlen muss und die Preise für die Verpflegung sind auch nicht ohne. Das Highlight ist aber auch nicht das essen, sondern die Mädchen, die das Essen in ihren Outfits servieren und dabei das süßeste Lächeln schenken. Maid Cafés sind besonders beliebt bei Männern, werden aber durchaus auch von Frauen besucht. Hier gilt zum Glück die Regel: nur gucken – nicht anfassen.
Wer übrigens gerne Manga und Anime Merchandise kaufen möchte, sollte sich die Character Street in der Nähe des Bahnhofs Tokio ansehen.

SHIBUYA CROSSING

Im berühmten Stadtteil Shibuya findet sich sie bekannteste Straßenkreuzung Tokios, oder vielleicht sogar der Welt? Okay, okay, sie ist jetzt nicht gigantisch, aber dennoch imposant. Alle Fußgängerampeln schalten gleichzeitig auf grün und dann laufen die Massen über diese Kreuzung – es ist unglaublich. Aber dennoch nicht hektisch, alles geht sehr geordnet voran.
Selbst über die Kreuzung zu laufen ist super spannend, aber toller ist es sich den Ameisenhaufen von oben anzusehen.
Geht auf keinen Fall in das Starbucks Café, von dort hat man keinen guten Blick. Es war permanent überfüllt als wir von aussen reingeschaut haben. Deutlich empfehlenswerter ist die Aussichtsplattform im Magnet Einkaufszentrum. Das hat im achten Stockwerk eine extra Aussichtsplattform auf die Kreuzung eingerichtet. Der Eintritt kostet hier 600 Yen pro Person.
Ab circa 17:00 Uhr beginnt auf der Kreuzung übrigens die Rush Hour und es wird entsprechend am interessantesten.

TSUKIJI MARKET

Berühmt vor allem für delikaten Fisch und Meeresfrüchte ist der Tsukiji Market einen Besuch Wert. Außer man mag keinen Fisch – so wie Claudia. Deshalb ist Alex eines Morgens alleine zum Markt aufgebrochen und hat sich durch die verrücktesten Lebensmittel geschlemmt. 

NEONLICHTER IN SHINJUKU

Wir sind uns einig, dass Shinjuku definitiv einer unserer Lieblings Stadtteile war – wenn nicht sogar der interessanteste. 
Das Vergnügungsviertel mit dem abgedrehten Robot Restaurant, super vielen Cosplayern (Menschen, die sich wie in einer Serie, Anime, Game, etc. verkleiden) und überhaupt extravagant gekleidete Menschen, ist für uns etwas ganz besonderes gewesen. Abends hat es so viele Leuchtreklamen, dass man sich wie im Film fühlt. Apropos Film: Auf einem der Kinos gibt es einen riesigen Godzilla Kopf. Für Filmliebhaber ein absolutes Muss sich diesen anzusehen.
Unser erster Stopp war das berühmte Viertel Golden Gai. Nirgends gibt es so viele Kneipen und Bars auf einem Fleck wir hier. Die Gassen sind definitiv fotogen, doch tagsüber ist hier nichts los. Wir sind nur einer Handvoll Menschen begegnet. Viele Kneipen erheben übrigens eine Eintrittsgebühr, ähnlich wie die Maid Cafés. Wieso das so ist, wissen wir nicht, aber vielleicht hat das Golden Gai mittlerweile einen so großen Bekanntheitsgrad, dass sich die Besitzer vor Schaulustigen schützen möchten.
Eine definitiv erwähnenswerte Gasse ist die „Piss alley“ oder auch Omoide Yokocho. So muss es noch vor einigen Jahrzehnten überall in Japan ausgesehen haben. Abgesehen davon, dass die kurze Gasse super authentisch und ebenfalls sehr fotogen ist, haben wir hier auch extrem gut gegessen. Wir wissen den Namen der Lokalität nicht, aber es war toll dort Platz zu nehmen und ausschließlich mit einheimischen zu essen.

MEIJI-SCHREIN

Für Ruhe Suchende bietet sich der Meiji Schrein im gepflegten Yoyogi Park an. Der Shintō-Schrein ist zwar auch gut besucht, aber im Park selbst findet man definitiv viel Ruhe. An jedem Eingang zu einem Shintō-Schrein findet sich übrigens ein Torii. Das sind die, meist hölzernen, Eingangstore. Der Eintritt ist kostenlos und bietet sich an, wenn man genug hat vom Großstadt Jungle. 

TEAMLAB BOARDERLESS – DIGITAL ART MUSEUM

Bekannt geworden Dank Social Media (besonders durch einen ganz speziellen Raum) ist das digital Art Museum „TeamLab boarderless“.
Das Museum bietet einem Licht und Klangerlebnisse, welche super zum entspannen und träumen einladen. Man kann sich frei durch die Räume bewegen und diese auch mehrmals besuchen. Wir haben vorab gehört, dass der Andrang unglaublich groß ist. Bei uns war es aber in Ordnung, wir hatten Tickets vorab gekauft und mussten am Eingang nur fünf Minuten warten. 
Der einzige Raum, der unglaublichen anstrengend gewesen ist, heißt „Forest of Resonating Lamps“. Ein Lichtermeer aus Lampen, wie im Film Rapunzel. Wenn man sich den Lampen nähert, verändert sich die Farbe. In diesen Raum wollen alle. Ausnahmslos. Und deshalb wird die Anzahl der Besucher für diesen Raum kontrolliert und limitiert sowie die Aufenthaltsdauer auf zwei Minuten beschränkt. Bei unserem ersten Durchgang haben wir etwa 30 Minuten gewartet um in den Raum zu kommen! Wir waren nicht zufrieden mit den Fotos und sind kurz vor Schluss noch einmal zum Raum gegangen. Drei mal haben wir uns angestellt und es war nichts mehr los, wir mussten auch praktisch nicht mehr warten. Bei unserer letzten Runde war nur noch ein einziges Paar mit im Raum. 
Wenn ihr euch die Warterei also ersparen wollt, dann geht 10 Minuten vor Schließung des Museums in den Raum.
Wir müssen aber dazu sagen, dass wir in der Nebensaison und an einem japanischen Feiertag dort waren. Zur Hauptsaison kann das durchaus noch voller werden und zu längeren Wartezeiten führen.

FOTOSPOT TOKYO PLAZA OMOTESANDO HARAJUKU

Der Eingang dieses Einkaufszentrums ist durch Instagram bekannt geworden, weshalb hier immer Leute stehen, nur um Fotos zu machen. Das Einkaufszentrum selbst hat uns auch nicht interessiert und wir sind tatsächlich auch nur zum Fotos schießen hergekommen.

RESTAURANT TIPPS

Yamagasa no Ryu – sehr authentisches Restaurant um lecker Ramen zu essen. Eher versteckt und bezahlt wird vorab an einem Automaten.
Pokémon Café – Der Name ist Programm. Hier werden zu recht hohen Preise Pikachu Pancakes und andere Pokémon-artige Leckereien serviert. Wir haben dort nicht gegessen, da die Wartezeit eine Stunde betrug.
Tonkatsu Maisen Toyama Honten – angeblich das beste Schnitzel Tokios soll es hier geben. Es war immer super voll und wir haben nie einen Platz bekommen, aber das Geschäft hat einen kleinen Stand draussen und dort hat Alex probiert und für sehr gut befunden.
Usagi – Kleines tolles und auch wieder authentisches Ramenlokal in Shibuya.

DAS WARS?

622 km² und über 9.000.000 Einwohner und mehr hat Tokio nicht zu bieten? Auf keinen Fall! Wie gesagt sind die fünf Tage viel zu wenig für diese Monster-Stadt! Es gibt noch unglaublich viel zu sehen, wie den Tokyo Tower, Harajuko, Roppongi Hills, und, und, und…
Tokio – wir werden definitiv wieder kommen.