Diese Wanderungen dürft ihr auf O‘ahu nicht verpassen

Diese Wanderungen dürft ihr auf O‘ahu nicht verpassen

Wenn wir Menschen fragen, woran sie beim Wort „Hawai’i“ denken, kommt meistens: Ananas, Surfer, Cocktails und Hula. Die Inselgruppe hat allerdings auch eine fantastische Natur zu bieten!
O’ahu ist meistens die erste Anlaufstelle für Touristen, da sich hier ein internationaler Flughafen befindet sowie der berühmte Waikiki Beach.
Heute soll es aber um schöne Wanderungen gehen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Alle Wanderungen (bis auf evtl. eine) sind auch für Wandermuffel gut geeignet.

1. Koko Head Crater

Wir starten direkt mit unserem Favoriten und der härtesten Wanderung auf der Liste. Es ist nämlich eher ein Workout als eine Wanderung und wird von Einheimischen auch tatsächlich als tägliche Workout Routine genutzt.
Auf Eisenbahnschienen des Zweiten Weltkrieges führt der Wanderweg steil den Koko Head hinauf. Insgesamt gilt es über 1000 Stufen zu überwinden. Der Weg selbst ist nicht so schwierig – man kann nur geradeaus gehen.
Das Problem ist eher die Steilheit. Vor allem im letzten Stück wird es so steil, dass es fast einem klettern gleicht. Auf dem Weg hinunter merkt man das dann nochmal eher.
Wir denken, es ist dennoch für jeden machbar, auch wenn das mehr Pausen bedeuten.
Die Schienenlücken sind prinzipiell aufgeschüttet und es besteht keine Gefahr. Es gibt jedoch einen sehr kurzen Abschnitt, da führen die Lücken tatsächlich in die Tiefe. Offiziell gibt es eine Umgehung an den Schienen vorbei. Sie ist ausgeschildert und gilt als eigentlicher Wanderweg. Der Großteil der Wanderer balanciert die Schienen hinauf. Wenn ihr euch unsicher seid, lauft einfach außen herum. Das dauert vielleicht nur eine Minute länger.

Am Ziel angekommen könnt ihr noch ein Stückchen weiter hoch, denn der Weg ist zwar am Schienenende offiziell vorbei, aber die beste Aussicht gibt es natürlich am Gipfel. Euch liegt dann nämlich ein 360° Panorama zu euren Füßen!

Wir empfehlen die Wanderung unbedingt zum Sonnenuntergang. Zum einen ist es am späten Nachmittag nicht mehr so heiß und das Licht am Abend in Kombination mit der Kulisse ist einfach nur spektakulär.

Distanz: 2,6 km Hin- & zurück
Höhenmeter: 270 m
Dauer: je nach Fitnesslevel 1 – 2 h
Schwierigkeit: mittel
Kosten: kostenlos
Öffnungszeiten: Die Wanderung selbst hat keine. Der Parkplatz direkt beim Start der Wanderung ist von 06:30 Uhr – 23 Uhr geöffnet.

Am Startpunkt der Wanderung liegt ein großer Parkplatz.
Für den öffentlichen Verkehr bei der Bushaltestelle „Hanauma Bay“ aussteigen.

Bei großer Hitze unbedingt eine Kopfbedeckung und viel Wasser mitnehmen. Schattenplätze sind rar auf dem Weg.

2. Diamond Head Summit Trail

Die vielleicht bekannteste Wanderung auf O’ahu: Der Diamond Head. Nicht verwunderlich, so gilt der Vulkan als Wahrzeichen Honolulus bzw. O’ahus. Der hawaiianische Name ist übrigens Lēʻahi.
Doch Achtung: Die Besuchszahlen sind streng reguliert und ihr benötigt eine Genehmigung, um hier zu wandern. Wo genau ihr euch diese bestellen könnt, steht unten im Faktenteil.

Unsere Wanderung startet um 06:00 Uhr morgens. Das ist der früheste Timeslot den wir buchen konnten. Was wir nicht ahnen: Wo sonst zum Sonnenaufgang nie etwas los ist, fühlen wir uns hier wie bei einem Ameisenmarsch. Jeder Timeslot beträgt zwei Stunden. In dieser Zeit muss man hochwandern, die Aussicht genießen, wieder runter und dann mit dem Auto das Gelände verlassen. Das klingt erstmal sportlich, doch braucht es pro Strecke tatsächlich nur etwa 30 Minuten. Somit hatten wir eine volle Stunde am Gipfel.

Die Wanderung startet ziemlich gemütlich mit leichten Steigungen. Später kommen noch Tunnel, Stufen und alte Bunker hinzu. Im Dunkeln klingt das ein wenig gruselig, da es ja aber so viele Menschen waren, wurden die Wege gut durch Stirnlampen und Smartphones beleuchtet.

Oben angekommen, waren die besten Plätze zum Sonnenaufgang schauen bereits belegt. Wir waren mehr oder weniger eingepfercht zwischen vielen Menschen. Das klingt jetzt nicht so toll und war es tatsächlich auch nicht. Warum wir die Wanderung trotzdem empfehlen? Weil man eine wirklich tolle Aussicht auf Honolulu und den Waikiki Beach hat. Wir wissen nicht, wie es sich zu anderen Tageszeiten verhält, aber zum Sonnenaufgang war es zwar schön, durch die vielen Menschen aber auch recht anstrengend.

Distanz: 3,1 km Hin- & zurück
Höhenmeter: 157 m
Dauer: ca. 1 h
Schwierigkeit: einfach
Kosten: 5 $ pro Person sowie 10 $ pro Auto
Öffnungszeiten: 06:00 Uhr – 18:00 Uhr. Maximal 2 h vor Ort. Spätester Eintritt 16 Uhr.
Zur Reservierung

Mit der Genehmigung könnt ihr direkt mit eurem Mietwagen auf den Krater und den offiziellen Parkplatz fahren. Die Genehmigungen werden vorher an einer Schranke kontrolliert.

3. Kaiwa Ridge (Lanikai Pillbox Hike)

Der Pillbox Hike war eine unserer ersten Wanderung auf Hawai’i. Nachdem wir mit dem Makapu’u Point Lighthouse Trail einen ausschließlich asphaltierten Weg hatten, waren wir hier dann doch überrascht, wie schlecht der Weg in Schuss war. Den Start der Wanderung zu finden war tatsächlich nicht ganz so einfach, denn es gibt keinen direkten Parkplatz dort. Wir haben also am wunderschönen Kailua Beach Park geparkt und sind etwa 15 Minuten zum eigentlichen Start der Wanderung gelaufen. Wir haben uns mit Locals vor Ort unterhalten und dies ist tatsächlich der kürzeste Weg dorthin. Außer natürlich, ihr nehmt euch ein Taxi und lasst euch direkt zum Start fahren.

Der Weg ist schlecht ausgebaut, sehr steil und hat teilweise Passagen in denen man sich auf allen vieren hochzieht. Das liest sich wahrscheinlich dramatischer als es ist, aber die Wanderung ist auch nicht umsonst als „schwer“ eingestuft worden. So schwer fanden wir es zwar nicht, aber schon etwas anspruchsvoller. Wenn ihr noch nie in eurem Leben gewandert seid, dann wird der Weg euch aber sicher etwas zu schaffen machen.

São Vicente

Die Wanderung ist vor allem durch die zwei „Pillboxen“ bekannt, alte Militärbunker. Die Wanderung vom Ausgangspunkt zum ersten Bunker dauert etwa 30 Minuten. Dann sind es noch weitere 10 Minuten, um den zweiten Bunker zu erreichen. Man kann auf die Bunker hinaufklettern und hat eine tolle Aussicht. Vor allem auf den wunderschönen Lanikai Beach, der einfach kristallklar und eine schöne türkisene Farbe hat.
Für uns definitiv die zweitschönste Wanderung, die wir gemacht haben.

Distanz: 2,7 km Hin- & zurück
Höhenmeter: 191 m
Dauer: ca. 1.5 h
Schwierigkeit: schwer
Kosten: kostenlos
Öffnungszeiten: 06:00–20:00

4. Makapu’u Point Lighthouse Trail

Kommen wir zum letzten Wanderweg: dem Makupu’u Point Lighthouse Trail. Unserer Meinung nach ist es der einfachste, aber auch unspektakulärste Weg. Wenn ihr nicht so viel Zeit habt, solltet ihr diese Wanderung am ehesten auslassen. Wenn ihr euch die anderen Wanderungen allerdings nicht zutraut, dann macht zumindest diese eine. Man kann direkt vor Ort parken und loslaufen.
Am Parkplatz wird davor gewarnt keine Wertsachen im Auto zu haben bzw. sichtbar liegenzulassen, da es eine „High Theft Area“ ist, also ein Bereich, in dem viele Diebstähle bzw. Einbrüche in Autos passieren.
Wir empfehlen euch generell keine Wertsachen offen im Auto liegenzulassen. Nicht in Hawai’i, nicht in den USA und überhaupt nirgendwo.

Der Weg selbst ist anspruchslos. Es ist komplett asphaltiert und ihr könnt es sogar mit Turnschuhen oder Sandalen laufen. Es gibt nur leichte Steigungen und sollte keine große Herausforderung darstellen, auch wenn ihr keine Wanderer seid.

Von oben hat man einen schönen Blick auf die Klippen, einem Leuchtturm und wenn ihr Glück habt auf Buckelwale.

Distanz: 4,0 km Hin- & zurück
Höhenmeter: 154 m
Dauer: ca. 1 h
Schwierigkeit: leicht
Kosten: kostenlos
Öffnungszeiten: 07:00 – 18:45 Uhr

Fazit

Wir hoffen, unsere Auswahl an Wanderungen hat euch gut gefallen. Sie alle sind wahrlich keine Geheimtipps mehr, aber nicht umsonst so beliebt. Sie sind gut erschlossen, in der Regel für alle machbar und bieten wirklich tolle Aussichten. Wir hatten uns selbst noch eine weitere Wanderung notiert, uns diese aber nicht zugetraut. In den Tagen vorher hatte es ordentlich geregnet und von der Wanderung wird ausdrücklich abgeraten, wenn es geregnet hatte. Wir hoffen natürlich, dass wir diese, und noch andere, Wanderungen auf O’ahu nachholen können.

Open-Doors Heli Flight auf Kaua’i

Open-Doors Heli Flight auf Kaua’i

Für uns stand schon sehr lange fest: Wenn wir jemals nach Hawai’i fliegen, möchten wir einen Helikopter Flug über Kaua’i machen. Am besten mit offenen Türen. Die Napali Coast gilt zu Recht als eine der schönsten Küsten der Welt und diese aus der Vogelperspektive zu erleben hat mir nur beim Gedanken daran Gänsehaut verpasst.

Im März 2023 war es so weit. Wir haben 10 Tage auf Kaua’i verbracht. Wochen vorher habe ich direkt für den zweiten Tag die Helikopter Tour gebucht. Denn falls schlechtes Wetter herrscht, hätten wir genügend Ausweichtage.
Dass Wetter bedingt nicht geflogen werden kann, wäre tatsächlich nicht unüblich. Das Gebiet um den Schildvulkan Waiʻaleʻale ist mit durchschnittlich 11.684 mm Jahresniederschlag einer der regenreichsten Regionen der Erde. Entsprechend grün und wasserfallreich ist die Region natürlich auch.

Gebucht haben wir über Ali’i Tours, oder auch I Fly Kauai. Wir haben uns im Vorfeld über die Anbieter informiert und für uns hat dieser am besten gepasst.
Es gibt zwei Pakete für Helikopter Touren. Einmal die private Helikopter Tour für 60 Minuten und einmal eine Private auf Fotografen spezialisierte Helikopter Tour. Wir haben uns für Erstere entschieden.
Da wir bereits positive Erfahrungen mit einem privaten Open-Doors Helikopter Flug in New York City hatten, wollten wir definitiv wieder eine in diesem Stil. Ich glaube, es gibt nichts schlimmeres, als den Mittelsitz in einem teuren Helikopter Flug zu erwischen. So hatten wir beide einen Fenster(losen) Platz. Der Pilot hat auch darauf geachtet so zu fliegen, dass wir beide die Möglichkeit bekommen ein besonderes Highlight auf unserer Seite zu sehen.

Der Start

Zu Beginn wurden wir gewogen. Das Gesamtgewicht pro Sitz darf 125 kg nicht überschreiten. Bei Gruppen von 3 Passagieren darf nicht mehr als eine Person 90+kg wiegen, wobei das Gesamtgewicht der Passagiere 263 kg nicht überschreiten darf.
Dann haben wir kurz gewartet und wurden zum Heliplatz gebracht. Unser Pilot hat sich vorgestellt. Ein netter Mann, der vor vielen Jahren aus Boston nach Kaua’i gezogen ist. Wir fühlen uns direkt wohl bei ihm.
Es gibt einen ausführlichen Sicherheitscheck (ausführlicher als damals in NYC) und dann ging es schon los.

Übrigens: Seine Füße aus den Helikopter heraushängen zu lassen (wie in NYC üblich), ist hier übrigens verboten! Ihr bekommt also kein „Shoe-Selfie“ an der Napali Coast. Wir fanden das nicht so schlimm, möchten das aber erwähnen, falls es Menschen gibt, die nur dafür den Flug machen.

Das grösste Highlight unseres 3 Monatigen Sabbaticals

Es ist recht schwer in Worte zu fassen, was wir dort erlebt haben. Kaua’i ist eine wunderschöne Insel mit viel Grün, Wasserfällen und beeindruckenden Canyons und Bergen.
Wir haben eigentlich jederzeit irgendwo einen Wasserfall gesehen und haben dann einige Highlights angeflogen.
Allen voran der Waimea Canyon und die Jurassic Falls (aus dem Film Jurassic Park bekannt). Aber abgesehen von den klassischen Highlights ist die ganze Insel einfach nur wunderschön. Wir sind aus dem staunen nicht mehr herausgekommen. Wir sind teilweise recht nah an die Berge geflogen bzw. durch die Canyons hindurch.
Unser Pilot hat uns einige Geschichten zur Insel erzählt und auch viel Hintergrundwissen zu einigen Orten geliefert. Er macht den Job seit Jahren und fliegt die Route mehrmals täglich und selbst er hat manchmal noch Tränen in den Augen, weil ihn die Schönheit der Insel so berührt.
Als wir zum größten Highlight ankamen, der Napali Coast, tauchten plötzlich auf der Meerseite spielende Buckelwale auf. Wale zur linken, Napali Coast zur rechten. Wir wussten überhaupt nicht, wo wir hinschauen sollten! Ich war sogar so aufgeregt, dass ich es nicht mal hinbekommen habe, mit dem Handy ein Video zu filmen. Stattdessen habe ich mich so verklickt, dass ich nicht richtig gefilmt habe, denn alles was auf dem Video zu sehen war, waren meine Beine.
Mein Herz hat wie Wild geklopft und ich hatte Tränen in den Augen. Als ich Alex angeschaut hab, konnte ich in seinem Gesicht erkennen, dass es ihm genauso erging. Wir sind überhaupt nicht auf das klargekommen, was wir da gerade erlebten. Es ist wirklich das Schönste, das wir für Geld bisher erleben konnten. Der Waiʻaleʻale war dann noch ein Highlight, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Wir sind durch eine enge Spalte der Bergkette geflogen um den Vulkan gefühlt hautnah erleben zu können. Ich saß fast durchgehend mit offenem Mund da und war fasziniert davon, was die Erde für schöne Bilder malt.

Da Bilder mehr sagen als Worte, lasse ich die folgenden Bilder einfach mal da.

Fakten

Anbieter: Ali’i Tours (I Fly Kauai)
Dauer:
Offiziell 60 Minuten, wir waren 1:15 h in der Luft
Zeit: Wir sind um 10:30 Uhr geflogen. Wir hatten gelesen, dass zum Sonnenaufgang die Napali Coast noch komplett im Schatten liegt und seine Schönheit nicht voll entfaltet. Zum späten Nachmittag wäre die Gefahr für Regen bzw. Nebel zu groß. Für uns hat die Zeit super gepasst.
Stil: Private Doors Off Tour
Kosten:
365 $ pro Person

Highlights:

  1. Napali Coastline
  2. Waimea Canyon
  3. Wai’ale’ale Crater
  4. Hanalei Valley
  5. Alakai Swamp
  6. Hanalei Bay
  7. Kaua’i Coffee Plantation
  8. Ke’e Beach
  9. Lumahai Beach
  10. Manawaiopuna Falls (Jurassic Falls)
  11. Olokele Canyon

Für uns war es total spannend diese zuerst aus der Luft und später zu Fuß zu erkunden. Andersherum wäre es aber sicher auch cool, da man dann sehen kann, wo man wandern war.

Fazit

Während ich den Beitrag geschrieben habe, habe ich wieder direkt Gänsehaut bekommen. So lange dachten wir, dass dieses Erlebnis ein unerfüllter Traum bleiben muss. Für den Flug muss man wirklich einiges an Geld in die Hand nehmen, aber wir finden, jeder Dollar ist gut investiert. Hawai’i ist keine Low-Budget Destination und wir haben uns auf hohe Kosten eingestellt. Dass wir den Flug nicht machen, stand gar nicht zur Debatte.
Wir möchten es wirklich von ganzem Herzen empfehlen und hoffen, dass noch mehr Menschen in den Genuss dieses einmaligen Spektakels kommen.