Wandern zur Siedelenhütte

Wandern zur Siedelenhütte

Der Furkapass ist im Sommer ein beliebtes Ziel für Motorradfahrer, aber auch für kurvenfreudige Autofahrer. Naturliebhaber können den Rhonegletscher bestaunen und mit dem Belvédère einen Instagram-Hotspot ergattern.
Am Furkapass lässt es sich aber auch gut wandern und die Wanderung zur Siedelenhütte stellen wir euch heute vor.

Startpunkt Furkapass

Die Wanderung kann an zwei Stellen beginnen. Einmal vom Siedelenbach und einmal vom Furkapass. Wir beschreiben die Wanderung vom Furkapass, weil wir bisher nur diesen Einstieg gemacht haben und denken, dass er für die meisten machbar ist.

Vom Furkapass führt der Hüttenweg leicht ansteigend über Bergwiesen bis zur Querung des Sidelenbaches (2524 m). Vorbei an einem kleinen Bergsee (2674 m) steigt man zur Sidelenhütte auf.
Ausgangspunkt: 2427 m; Postautohaltestelle Furkapass (Hotel Furkablick). Parken kann man kostenfrei.

Wanderung Fakten Hin- & Zurück:

Distanz: 6,4 km
Gehzeit: ca. 2:40 Std
Schwierigkeit: Leicht, Bergwanderweg T2, rot-weiss markiert.
Kosten: Kostenlos

Die Wanderung ist nicht schwierig, aber es ist eine Menge Geröll, so dass man ein bisschen aufpassen muss.

Wanderung zur Siedelenhütte

Ziel der Wanderung ist die Siedelenhütte. Diese ist – wie der Furkapass – nur in den Sommermonaten geöffnet. Bitte vorher auf der Homepage der Siedelenhütte nachsehen, ob sie geöffnet ist.
Die Hütte wird eher von Kletterern als von Wanderern besucht, da die Umgebung ein Paradies für Kletterer ist.

Hüttenübernachtung Siedelenhütte

Wir hatten uns für eine Hüttenübernachtung entschieden, weil wir die Umgebung bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sehen wollten.
Hier gibt es einen berühmten Felsen, den Kleinen Kamel (2930m), der oft von Kletterern bestiegen wird und ein tolles Fotomotiv abgibt.

Eine Übernachtung mit Halbpension (Abendessen am Anreisetag und Frühstück am nächsten Morgen) kostet 76 CHF pro Person im Mehrbettzimmer.
Ich bin kein Fan von Bettenlagern, aber auf der Hütte gab es keine andere Möglichkeit.

Achtung: Ihr könnt dort nur in BAR CHF oder mit TWINT bezahlen.

Wer nur wandern will, braucht übrigens nicht zu übernachten. Für Kletterer ist sie unerlässlich, um am nächsten Morgen gestärkt in die Tour zu starten. Die Wanderung ist aber auch an einem Tag gut zu schaffen.
Für uns kam sie eigentlich nur zum Fotografieren in Frage.

Sonnenaufgang Siedelenhütte
camel rock an der Siedelenhütte
Weitere Aktivitäten um die Siedelenhütte

In der Nähe der Siedelenhütte gibt es einen Gletscher (Siedelengletscher), zu dem man wandern kann. Wir sind auch ein Stück gelaufen, aber als wir eine Gletscherspalte sahen, sind wir umgekehrt. So etwas kann sehr gefährlich sein und unerfahrene Wanderer sollten sich nicht unbedingt dort aufhalten.

Weitere Wanderwege sind der Nepali Highway (Sidelenhütte – Albert-Heim-Hütte SAC), Von Furka Süd nach Furka Nord (Rotondohütte SAC – Sidelenhütte) oder der Vier-Quellen-Weg (Sidelenhütte weiter Richtung Albert-Heim-Hütte nach Realp oder weiter über den Urschner Höhenweg nach Andermatt).

In der Nähe der Hütte gibt es auch einen Klettergarten und generell sehr viele Klettertouren.

Furkapass

Nach unserem Abstecher zum Gletscher sind wir wieder zurückgelaufen. Zuerst an der Mondlandschaft vorbei, bis es wieder schön grün wurde.
Unser Auto stand, wie in der Schweiz nicht anders zu erwarten, immer noch sicher an seinem Platz und wir konnten unseren nächsten Ausflug starten.

Fazit

Wir hoffen, dass euch unser Bericht über die Wanderung zur Siedelenhütte gefallen hat! Vor allem der Sonnenaufgang war spektakulär und allein dafür hat es sich schon gelohnt. Wir sind uns auch ganz sicher, dass wir wiederkommen werden.
Wäre so eine Hüttenübernachtung etwas für euch?

Rhonegletscher

Rhonegletscher

Kennt ihr diese Bilder von atemberaubenden Gletschern und Eistunneln? Ich dachte immer ich muss für so etwas nach Island fahren. Oder noch weiter weg.

Doch da fahren wir rein zufällig an einem Gletscher vorbei, bei dem man tatsächlich durch einen Eistunnel gehen kann. Ich war ziemlich aus dem Häuschen und wollte es unbedingt mit meinen Augen sehen. Dadurch, dass das ganze so zufällig passiert ist, macht es den Ausflug umso schöner.

Begonnen hat der Tag damit, dass wir mal wieder einen Pass fahren wollten. Den Furka Pass kannte ich noch nicht, also sind wir ins Auto und losgefahren. 

DER FURKAPASS

Der Furkapass, einer der bekanntesten Alpenpässe, verbindet den Kanton Uri mit dem Kanton Wallis. Er befindet sich auf fast 2500 Metern Höhe und man hat durchgehend eine fantastische Aussicht. Es ist möglich ihn mit dem Susten- oder dem Grimselpass zu kombinieren, die zweite Variante haben wir gewählt.

Vor allem beim Grimselpass sieht man interessante Felsformationen, welche ich so noch nicht gesehen habe.

Wenn ihr in der Schweiz seid, empfehle ich euch mindestens einen Pass zu befahren (es gibt immerhin über 100), denn die Landschaft ist atemberaubend. Solltet ihr einen Motorradführerschein haben, dann selbstverständlich mit eurem Bike. Viele Pässe sind übrigens nur im Sommer zugänglich, da dort im Winter zu viel Schnee liegt.Ursprünglich wollten wir anschließend nach unserer Route Furka- und Grimselpass nach Thun fahren, allerdings ist daraus nichts geworden. Wir sind nämlich während des Fahrens zufällig an einem „Eisgrotten“-Schild vorbeigefahren und ich war ganz neugierig was dort ist. So haben wir am Hotel Belvédére geparkt, welches sich gegenüber des Rhonegletschers befindet, und haben geschaut, was sich dort genau befindet.

Offensichtlich haben wir eine absolute Touristenattraktion gefunden, von der wir bloß vorher nichts gehört hatten.

DER RHONEGLETSCHER

Erst einmal wird man von massig vielen Souvenirs begrüßt, welche wir natürlich komplett ausgeblendet haben, denn ich brauche keine rote Kuh mit weißem Kreuz auf dem Rücken als Statue in meinem Wohnzimmer. Der Eintritt zum Gletscher beträgt 9 CHF, es ist auch möglich mit Euro zu bezahlen, dann wird es 1:1 umgerechnet. Ihr kommt also auch mit 9 € dort hin. Ich empfehle euch Bar zu bezahlen, mit der Kreditkarte gibt es einen Aufschlag von gut 10 %.

Durch das Kassenhaus durch hat man einen imposanten und zugleich traurigen Gletscher zu bestaunen. Er muss einmal gewaltig gewesen sein, allerdings ist er permanent am Schmelzen und wird irgendwann nicht mehr da sein. Der Weg zur Eisgrotte ist mit Geröll bedeckt, man sollte also gutes Schuhwerk mitbringen. Nicht nur wir sind einige male an den Steinen ausgerutscht. Der Ausflug ist somit nicht Rollstuhlfahrer-geeignet. Eigentlich bezahlt man die 9 CHF für die Eisgrotte, aber die Aussicht auf die Umgebung sollte man nicht außer Acht lassen. Es gibt viele Informationstafeln mit Erklärungen über den Gletscher, so wird er vermutlich bis 2090 komplett verschwunden sein. Wer die Chance hat, sollte ihn sich also jetzt noch ansehen. Man merkt nämlich jetzt schon den extremen Rückgang. Die Eisgrotte selbst wird mit planen zugedeckt in der Hoffnung, dass es nicht so schnell schmilzt.
Man kann auch ein Stück nach unten laufen und die eisfrei gewordene Zone (das Gletschervorfeld) bestaunen. Das sind absolut glatt polierte Steine mit riesigen Rissen. Wie das ganze entsteht? Ich zitiere hier gerne die Infotafel: 
Ein an der Gletscherbasis vorhandenes Sand-Eis-Wasser-Gemisch erzeugt wie Schmirgelpapier in Abschleifen, Glätten und Polieren des Felsens“. Wie es genau vonstattengeht, kann ich euch nicht sagen.
Aber man kann die Steine natürlich anfassen und sie sind wirklich spiegelglatt. 

Obwohl es hier für Touristen ausgelegt ist, waren gar nicht so viele Menschen da. Vielleicht lag es daran, dass an dem Tag der Schweizer Nationalfeiertag war und die Leute sich mit etwas anderem beschäftigt haben. Aber wir waren froh, dass wir nur mit einem Dutzend anderer Menschen vor Ort waren. 


DIE EISGROTTE

Seit 1870 wird jedes Jahr ein 100 Meter länger Eistunnel in den Gletscher geschlagen. Vorher gab es einen natürlichen Eistunnel im Gletscher, welcher jedoch wegschmolz. Noch nie war ich so nah an einem Gletscher und der Eistunnel strahlt eine mystische Anziehungskraft aus. Das blaue Licht, das im innern schimmert, trägt natürlich dazu bei.

An manchen Stellen sind Löcher in der Wand und wenn man seine Hand in das Loch rein hält, sieht man wie glasklar das Eis ist.

Im inneren des Gletschers ist es nicht so kalt wie erwartet, das lag aber sicher daran, dass wir an einem sehr warmen Tag zu Besuch waren. Ich empfehle trotzdem einen Pullover oder eine Jacke zu tragen. Der Weg selbst ist nicht anspruchsvoll, gutes Schuhwerk sollte man nur aufgrund des Geröll zwischen Eingang und Eishöhle tragen. Mit Turnschuhen kommt man jedoch auch zurecht.

Zeit technisch solltet ihr euch zwischen 30 Minuten und einer Stunde Zeit einplanen. Man kann das ganze natürlich auch schneller durchlaufen, aber wenn man sich Zeit nimmt auch die Umgebung vor der Eishöhle zu genießen, hat man definitiv mehr vom Ausflug.