Boarderlines – Rezension (Werbung)

Boarderlines – Rezension (Werbung)

Bei Boarderlines – nicht zu verwechseln mit der Persönlichkeitsstörung Borderline – handelt es sich um ein autobiografisches Buch über die Liebe zum Surfen. Andi nimmt uns auf seiner Abenteuer auf über zehn Jahre in der Weltgeschichte mit und präsentiert diese auf amüsante Weise in seinem 400-Seiten starkem Buch.

Ich bedanke mich bei Andreas Brendt und dem CONBOOK Verlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar.
Meine Meinung zum Buch wird davon nicht beeinflusst. 

INHALTSANGABE

»Wer mir einen nachvollziehbaren Grund nennen kann, erwachsen zu werden, bekommt sämtliches Gold der Welt, einen Oscar in allen Kategorien und sei gleichzeitig in die Hölle verbannt.«

Andi ist ein pflichtbewusster VWL-Student, dem eine lukrative Zukunft winkt. Doch dann entscheidet er spontan, sein Konto zu plündern und nach Asien aufzubrechen. Auf Bali wird er mit dem Surfvirus infiziert, und von nun an ist das Wellenreiten seine lebensbestimmende Leidenschaft, die ihn vor eine große Entscheidung stellt: Gibt er dem inneren Feuer Zündstoff oder ebnet er den Weg für die geplante Managerkarriere?

Die Suche nach der Antwort dauert zehn Jahre und führt über unfassbare Abenteuer, durch ferne Länder, zeigt Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen, skurrilen Typen und gefährlichen Gangstern. Und sie beschreibt den ständigen Kampf mit sich selbst auf dem Weg zum persönlichen Glück.

»Boarderlines« ist ein autobiografischer Reise-Roman über die schönsten Wellen dieses Planeten, die Sinnsuche und die Sehnsucht nach Abenteuer. Über ein Leben zwischen Pistolen, Edelsteinen, Malaria, einer entlegenen Insel, gemeinen Ganoven, allwissenden Professoren, und deutschen Bierdosen. Über Freundschaft und natürlich über die Liebe – zum Surfen, zu Menschen, zum Leben.

Ein Erlebnis für junge Wilde und solche, die es (noch immer) werden wollen.

Facts

Taschenbucht: 416 Seiten
Verlag: CONBOOK; Auflage: 9 (20. November 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783943176995
ISBN-13: 978-3943176995

Auf Amazon ansehen.

Aus Transparenzgründen möchte ich gleich erwähnen, dass Andreas mich direkt in Instagram angeschrieben und auf sein Buch aufmerksam gemacht hat. Ich habe es schon öfters im Laden liegen sehen, aber es hatte mich bisher nicht zum Kauf bewegt. 
Da wir im September ’19 in Thailand zum surfen waren und mich die Thematik dann doch reizte, habe ich mich dafür entschieden das Buch zu lesen um eine Rezension zu schreiben.

KANN MAN DAUER-SURFEN SPANNEND BESCHREIBEN?

Wie in der Inhaltsangabe bereits herauszulesen ist, geht es in erster Linie um das Surfen. Zwar reist Andi um die ganze Welt um die besten Spots zu finden, allerdings erfährt man als Leser nicht viel über die jeweiligen Länder, weshalb es nicht unbedingt als reine Reiselektüre zu betrachten ist. Das nur als Info vorab. Wer sich für Surfen interessiert wird sicher gefallen an den ganzen Passagen finden. Nicht-Surfen könnte das Buch stellenweise zu langatmig sein.
Spannend zu verfolgen ist die ewige Frage „Was soll ich mit meinem Leben anfangen?“ und wie der Autor mit ihr umgeht. Seine Träume zu verfolgen und nicht aufzuschieben ist definitiv ein Ansatz, den ich unterschreiben kann. Die Frage nach dem „was tun“ zieht sich als roter Faden durch das Buch und wird von den tollen Surfgeschichten ausgeschmückt. 
Das Buch spricht vor allem jüngeres Publikum an, da der Schreibstil eher einfach und direkt gehalten ist. An manchen stellen vielleicht zu direkt, aber das ist Geschmacksache („Wir machen rum, sie lutscht gierig an meinem Schwanz“).
Die gewählte Ausdrucksform führt aber auch dazu, dass man sich sehr gut in die einzelnen Szenen hineinversetzen kann. Es wirkt genauso, wie eine Erzählung eines guten Kumpel bei einem Bierchen.

Insgesamt ist das Buch sehr humorvoll geschrieben und ich musste auch an einigen Stellen schmunzeln. Mir hat der Einblick in die Gedankenwelt von Andi gefallen. Die Zweifel, die Unsicherheiten, der Liebeskummer und auch die Einsamkeit. Das hat ihn noch einmal menschlicher gemacht, kommt er im Buch manchmal etwas selbstverherrlichend herüber.

Die erste Hälfte des Buches beschreibt seine Abenteuer und Begegnungen mit Locals noch recht ausführlich, gegen Ende werden die Kapitel immer knapper und man hat nicht mehr das Gefühl dabei zu sein. Schade – so hätte ich mir die Kapitel um Fiji oder Chile ausführlicher gewünscht, wohingegen Bali mehrfach einen Auftritt genießt. 

Sehr schön beschrieben sind die Begegnungen mit Einheimischen, wenn es denn nicht gerade um potentielle Sex Partnerinnen geht. Er ist immer sehr aufgeschlossen und dankbar über Begegnungen mit Menschen und freundet sich mit den Locals an. Wenn er Abenteuer mit ihnen erlebt, sind das Geschichten die mein Herz berühren. 

Was ich persönlich sehr schade finde ist, wie Andreas über Backpacker schreibt. Mit ihrem Lonely Planet in der Hand beschreibt er sie eher abwertend und Surfer als das Non-Plus-Ultra. Eine solche Verallgemeinerung empfande ich als sehr unangebracht. Jeder Reisestil/Mensch ist anders und auch unter Backpackern und Surfern gibt es wieder große Unterschiede wie sie ein Land kennenlernen.

Fazit

Das Buch kann ich leider nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Ein gewisses Grundinteresse am Surfen sollte vorhanden sein, sonst kann es sein, dass man das Buch schneller weglegt als man sollte. Insgesamt empfinde ich es als solide und es macht definitiv Lust in den nächsten Flieger zu steigen und selbst aufs Brett zu hüpfen. 

MEHR ÜBER DEN AUTOREN
Geschenkideen für Weltenbummler

Geschenkideen für Weltenbummler

Na, gehört ihr zu der Fraktion „Weihnachtsgeschenke auf den letzten Drücker“? Oder eher zu den Leuten die schon Wochen vorher Geschenke besorgt haben? Bei uns geht es immer gemischt zu und für alle mit der Aufschieberitis Krankheit haben wir eine kleine Liste an Geschenkideen für Weltenbummler zusammengestellt. Natürlich nicht nur für Weihnachten, sondern auch für Geburtstage, Abschiedsgeschenke oder einfach für Zwischendurch.

Aus Transparenzgründen möchten wir erwähnen, dass uns Produkte kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. Diese werden explizit als „Werbung/Kooperation“ markiert. Alle Gegenstände empfehlen wir aber aus Überzeugung, weil wir es selbst nutzen und begeistert davon sind. 

Reisebücher

Claudias persönlicher Favorit, denn Lesen geht immer! Geschichten über Reisen begeistern seit Jahrhunderten und natürlich begeistern sie auch in Moderner Variante auch heute noch. Unsere Tipps sind hier:
– Ins Nirgendwo, bitte!: Zu Fuß durch die mongolische Wildnis (Werbung)
– Frühstück mit Elefanten
– Als Schisser um die Welt: Die Geschichte von einem, der mitmusste
Aber auch Bücher über Reisetipps und Inspirationen hat es zuhauf. Wir nutzen persönlich sehr oft und gerne die folgenden:
– Lonely Planets Wann am besten wohin?
– Lonely Planets Legendäre Zugreisen
– Fernweh: Die ultimative Bucket List für Weltenbummler (von Globusliebe)

Reisetagebücher / Reisejournals

Claudia liebt ihre Reisetagebücher. Wir blättern öfters in älteren Büchern und schwelgen in Erinnerungen. Am besten in Kombination mit einem Fotobuch (auch ein tolles Geschenk!). Hier gibt es kein Richtig oder Falsch, jeder hat andere Vorlieben. Claudia nutzt am liebsten Bücher ohne viel schnick schnack, andere mögen es, wenn die Seite viele Details aufweist und mehr Fragen stellt.
Übrigens: Anja und Daniel von Geh mal Reisen haben ihr neues Reisejournal veröffentlicht. Wer also gerne Unterwegs ist und sich nebenbei auch für sein Mindset & Journaling interessiert, sollte bei ihrem neuen Produkt vorbeischauen. 

Travellercharms Anhänger (Werbung/Kooperation)

Wir nutzen beide jeweils einen Schlüsselanhänger von travellercharms und haben diese an unsere Rucksäcke angebracht. Für jedes besuchte Land kann man einen Charm (Anhänger) an den KeyChain anbringen. Bis zu 60 Charms passen auf einen Schlüsselanhänger, reichlich platz also um diskret zu protzen  Es werden auch noch andere Produkte angeboten, wir persönlich sind aber einfach ein Fan vom Schlüsselanhänger und haben diesen auch bereits selbst verschenkt. Die Beschenkte war jedenfalls sehr begeistert!

Scratch Map

Wir selbst haben eine sogenannte Rubbelkarte, welche über unserem Schlafzimmerbett hängt. Wir lieben das Gefühl eine neue Region oder Land freizurubbeln. In der Regel gibt es die Karten mit Goldenem oder Silbernem Überzug und die Länder darunter sind dann Farbig markiert. Die häufigste Variante, welche wir gesehen haben ist, dass die Länderfarben nach Kontinenten Gruppiert sind.
Sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt auch immer wieder für Gesprächsstoff – vor allem wie wenig man doch eigentlich von der Welt gesehen hat.

E-Book Reader & Individuelle Hülle

Ein E-Book Reader ist eine etwas kostspieligere Anschaffung, je nachdem welche man nutzen möchte. Claudia hatte zu Beginn ein Kindle, Freunde schwärmen vom Kindle Paperwhite. Mittlerweile haben wir unsere E-Books aus Bequemlichkeit auf dem iPad Pro gelagert. Dennoch ist es auf dem Kindle angenehmer für die Augen zum lesen und wenn man viel Unterwegs ist spart es natürlich viel Gewicht, wenn man alle seine Lieblingsbücher digital dabei hat. Zusätzlich möchte ich auf eine liebe Kollegin aufmerksam machen: Anja von Felty-Seahorse. Sie näht individuelle Bücherhüllen oder auch E-Book Reader Hüllen (oder Sonderwünsche – solange es mit Filz zu tun hat). Wir selbst besitzen eine Leseratten-Buchhülle sowie eine schicke E-Book Reader Hülle von ihr. 

Reisehängematte

Eine kompakte Reisehängematte kann für viel Erholung auf Reisen sorgen! Wir haben unsere leider erst einmal nutzen können, aber das Gefühl jederzeit seine eigene Hängematte auspacken zu können ist auf jeden Fall sehr schön. 

Noise Cancelling Headphones

Die wahrscheinlich teuerste Empfehlung auf dieser Liste, je nachdem was man sich kauft. Wir möchten unsere Kopfhörer nicht mehr missen. Bei Flügen oder in Zugfahrten sind diese Gold Wert und wir bekommen jedes Mal einen schock, wenn wir sie absetzen und hören wie laut es um uns herum eigentlich ist. Da wir beide in der Akustik Branche arbeiten und wissen was dauerhafter Lärm mit der Psyche macht, haben wir uns dazu entschlossen für lange Fahrten uns selbst etwas gutes zu tun.
Wir selbst nutzen die Sony WH-1000XM4 und sind sehr zufrieden damit. 

Der Duschbrocken

Unser Liebling fürs Handgepäck: Der Duschbrocken! Wir nutzen ihn schon sehr lange, bevor er Bekanntheit durch eine TV Show erlangte. Wir freuen uns aber, dass so ein Nachhaltiges Produkt so viel Aufmerksamkeit gewonnen hat. Der Duschbroken ist ein festes Shampoo für Körper und Haar 100 % Plastikfrei. Wir haben ihn auf diversen Camping Trips genutzt und lieben ihn auch für Kurztrips im Handgepäck. 

Was sind eure Liebsten Gadgets?

Wandern zum Laseberg / Stockhorn

Wandern zum Laseberg / Stockhorn

Was gibt es schöneres als an einem sonnigen Wochenende wandern zu gehen? Vielleicht nichts, vielleicht vieles. Fest steht: Wir lieben die Aussicht von einem Gipfel.
Das Stockhorn gehört zu einer der bekannteren und auch längeren Wanderungen im Berner Oberland. Wir haben uns jedoch dem eher unbekannten Laseberg angenommen, welchen wir auch nur durch Schweizer Instagramer kennenlernen durften (Vielen Dank an Swissadventurists).
Der Laseberg ist so „unbekannt“, dass er nicht einmal auf den Wanderschildern ausgeschrieben ist, sondern erst an der wirklich letzten Kreuzung angezeigt wird. 

Der Gipfel des Berges liegt auf 2019 Metern Höhe und die Wanderung wird als einfach eingestuft. 
Es wird etwa 1:50 Stunde benötigt um den Gipfel zu erreichen. Mit einer Pause und mehreren Foto-Stopps haben wir 2:15 Stunden gebraucht.

Gestartet haben wir die Wanderung vom Berggasthaus Alp Matten.
Um zu diesem Restaurant zu gelangen, muss man eine Straßenmaut von 10 CHF bezahlen. Etwas versteckt befindet sich vor Beginn der Mautstrasse ein kleiner Automat, bei dem die Gebühr gezahlt werden muss. Diese kann nur mit Münzgeld bezahlt werden und den Ausdruck eurer Fahrbewilligung legt ihr dann einfach in eure Windschutzscheibe. Es wird übrigens wirklich kontrolliert, ob ihr den Betrag bezahlt habt. Wir haben nach der Wanderung mittags einige Autos mit „Strafzetteln“ entdeckt. 
Die Straße geht dann ordentlich steil und kurvig bergauf, bis ihr am Berggasthof ankommt. Da wir recht früh vor Ort waren, hatte bisher nur ein weiteres Auto dort geparkt. 

Die Wanderung fängt erst recht gemütlich und flach an. Nach ca. 20 Minuten wird es dann steiler und der Untergrund hat dann viel Geröll. Auch wenn man sich auf den Weg konzentrieren muss, beobachtet auf jeden Fall eure Umgebung. Wir konnten Steinböcke aus der Entfernung entdecken und sogar ein paar Murmeltiere direkt an uns vorbeihuschen sehen
Den ersten Zwischenstopp haben wir nach etwa einer Stunde erreicht. Die Aussicht ist grandios, aber wir sind ja noch nicht fertig, also ging es wieder weiter.

Wenn man nun ein kleines Stück weiterläuft entdeckt man bereits das Stockhorn. Das Stück bis zum Schild „Laseberg“ ist recht flach und einfach zu bestreiten. Nur der Weg ist etwas eng und man sollte aufpassen wo man hintritt.
Als dann das heißersehnte Hinweisschild erschien, waren wir etwas verwirrt. Wir sollen nach rechts den Berg hinauf, jedoch gab es dort keinen Wanderweg. Also gut, dann marschieren wir einfach durch das Gras und schauen mal was noch kommt. Wir sind ehrlich gesagt ein bisschen durch die Gegend geirrt, als wir dann aber am richtigen Ort angekommen sind, war die Anstrengung und Verwirrung vergessen.

Die Aussicht vom Laseberg ist wirklich spektakulär. Man hat eine tolle Panorama Aussicht auf das Berner Oberland mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Stadt Thun und Bern sind auch zu erblicken und natürlich das Stockhorn. Man könnte jetzt noch in etwa 1:20 Stunde auf das Stockhorn hinaufwanden, da wir ohne Proviant losgezogen sind, heben wir uns diese Wanderung für ein andern mal auf.

Bergab ging es natürlich schneller, wir waren in etwa 1:10 Stunde wieder beim Ausgangsort. Insgesamt benötigten wir bei entspanntem Tempo in etwa 3 Stunden für die reine Laufzeit. Wer sehr fit und routiniert im Wandern ist, schafft es auch schneller.

3 Jahre Schweiz Q&A

3 Jahre Schweiz Q&A

Wow, sind es wirklich bereits drei Jahre, seitdem wir in Deutschland unsere Sachen gepackt und in die Schweiz ausgewandert sind?
Offensichtlich ja schon. In Instagram haben wir nach euren Fragen zur Schweiz und zum Auswandern gebeten um diese zu einem Blogbeitrag zusammenzufassen. Hier sind sie also, die meistgestellten Fragen zu unserem Leben im schönen Nachbarland.

Warum seid ihr in die Schweiz gezogen?

Wir starten gleich mal mit der meist gestellten Frage. Nicht nur auf Instagram, sondern auch in unserem privaten Umfeld. Wieso eigentlich in die Schweiz? 2016 hat Alex öfters darüber gescherzt, dass wir doch in die Schweiz ziehen sollten. Er hatte gerade seinen Motorradführerschein gemacht und die Alpenpässe in der Schweiz sollen so traumhaft sein. Ausserdem könnte er dort doch super Snowboarden. Für Claudia war die Vorstellung ins Ausland zu gehen absolut unrealistisch und beängstigend. Ausserdem war es auch von Alex erstmal nur im Scherz gemeint, auch wenn dieser „Scherz“ danach noch ab und zu auftauchte. 2017 war für uns beide ein sehr schweres Jahr – das schwerste das wir bisher hatten. Mitte des Jahres haben wir uns dann doch dazu entschieden. Claudia hatte in ihrem Meister Kurs eine Deutsche kennengelernt, die in der Schweiz lebt und arbeitet. Der unterdurchschnittlich bezahlte Job wird in der Schweiz ganz gut bezahlt, die arbeitsbezogene Bürokratie ist deutlich vereinfacht und insgesamt scheint der Job dort viel mehr herzugeben. Falls ihr euch Fragt was das für ein Job ist: Wir sind beider gelernte Hörsystemakustiker.
Aus dem Gedanken, niemals aus Nürnberg fortgehen zu wollen, wurde dann also recht schnell der Entschluss gefasst: Wir probieren es einfach mal mit der Schweiz! Abgesehen davon, dass der Job hoffentlich besser ist, Hobbys mehr und besser ausgeübt werden können und unzählige Naherholungsgebiete haben uns dann überzeugt, den Schritt zu wagen.
Eine einzige Bewerbung und das darauffolgende Telefonat später waren wir beide bereits bei einem Bewerbungsgespräch und hatten ziemlich schnell den Vertrag in der Tasche. Übrigens war der Job in der Schweiz tatsächlich angenehmer.

Wessen Idee war es in die Schweiz zu ziehen und hättet ihr es auch jeweils alleine gemacht? 

Der erste Teil wird ja bereits in der ersten Frage beantwortet. Die Idee und auch der Wunsch kam von Alex. Ob wir auch in die Schweiz gegangen wären, wenn wir Singles wären? Das können wir nicht beantworten. Claudia wahrscheinlich nicht, denn sie ist generell erst so offen und abenteuerlustig, seitdem sie mit Alex zusammen ist. Ob Alex alleine gegangen wäre? Das steht wohl in den Sternen. Fest steht, dass wir in der Beziehung auch getrennt von einander Ausgewandert wären, wenn der andere recht bald danach mitgezogen wäre. Eine langfristige Fernbeziehung kommt für uns beide nicht in Frage, wenn es nicht sein muss.

Wie lange habt ihr die Auswanderung geplant und wie seid ihr vorgegangen?

Tatsächlich war die Zeitspanne von Beschluss zum eigentlichen Auswandern nur etwa drei Monate. Etwa im Juni oder Juli 2017 haben wir beschlossen es zu versuchen, im August und September waren unsere Bewerbungsgespräche und die Wohnungsbesichtigung. Ende September ist Alex schon in die Schweiz gezogen und Claudia ist Mitte November hinterher, da es berufstechnisch nicht früher ging.
Wir haben uns also erst einmal Beworben. Bei uns beiden hat direkt die erste Bewerbung geklappt und nur ein paar Tage später wurden wir zum Bewerbungsgespräch und Probearbeiten in die Schweiz eingeladen. Wir haben übers Internet nach Wohnungen gesucht und eine Besichtigung an dem gleichen Tag gelegt, an dem wir Probearbeiten waren. Tatsächlich hat es mit dieser Wohnung und den jeweiligen Jobs direkt geklappt. Sowohl Arbeitsvertrag und Mietvertrag waren schnell in der Tasche. Über Versicherungen, Krankenkasse etc. haben wir uns zwar im Vorfeld dann noch informiert, aber erst vor Ort entschieden. Da es von unserem Arbeitgeber eine Art „Welcome“ Package gab, haben wir auch erst einmal die Versicherung und Bank gewählt, welche durch den Arbeitgeber bessere Konditionen hatten.

Wollt ihr für immer dort leben oder irgendwann wieder zurück?
Für immer lässt sich schlecht planen. Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir nicht für immer in der Schweiz bleiben. Nach Deutschland möchten wir aber auch nicht unbedingt zurück. Wird sich zeigen, wo wir in ein paar Jahren leben werden.
Ist das Einkommen in der Schweiz höher?
  • Ja, das Einkommen in der Schweiz ist deutlich höher. Die Lebenshaltungskosten sind es aber auch. Vor allem Miete und Auswärts Essen gehen (besonders Fleisch) sind hochpreisig. Aber mit einem Schweizer Gehalt lässt es sich dennoch gut leben. Es gibt aber natürlich je nach Berufszweig grosse Unterschiede im Einkommen – wie in Deutschland auch. Unterm Strich bleibt uns am Monatsende aber mehr Geld übrig als in unserem Heimatland.
    Spartipps zu eurer Reise in die Schweiz gibt es übrigens hier.
Schmeckt die Schokolade in der Schweiz wirklich besser als in Deutschland?

Definitiv. Obwohl es natürlich Schweizer Schokolade auch in Deutschland zu kaufen gibt. Wir haben sogar schon Läderach Geschäfte in Deutschland entdeckt. Aber nicht nur die Schweizer Schokolade sonder auch der Schweizer Käse hat es uns sehr angetan.

Sind Schweizer nett?

Ehrlich gesagt haben wir Schwierigkeiten diese Frage zu beantworten. Wir finden die Schweizer höflich – aber nicht herzlich.
Das soll keine Verallgemeinerung sein, denn eine Schweizer Freundin ist eine der herzlichsten Menschen die ich kenne. Dennoch ist das für uns eher die Ausnahme, als die Regel. Wir spüren oft eine kühle Distanz und das engerer Kontakt einfach nicht so gewünscht ist. Wir kommen sogar auf Reisen schneller in Kontakt mit Einheimischen und in Deutschland hatten wir auch keine Schwierigkeiten. Wenn Schweizer ihren festen Freundeskreis haben, haben sie oft kein Interesse diesen zu erweitern. Grundsätzlich haben wir den Eindruck, dass Schweizer nicht sehr offen sind für Neues. 
Claudia hat zwei Jahre lang mit älteren Leuten zu tun gehabt und auch hier Feindseligkeiten gespürt, einfach aufgrund der Nationalität. Das ist aber auch regional abhängig. Seit dem wir in der Nähe von Zürich wohnen und in einem internationalen Unternehmen arbeiten hat sich das auch geändert.

Findet man in der Schweiz schnell Anschluss? Wie habt ihr dort Anschluss gefunden?
Puh… wie man sich nach der vorherigen Frage denken kann, findet man tatsächlich nicht sehr schnell Anschluss. Zumindest nicht mit Schweizern. Unser Freundeskreis besteht aus anderen Zuwanderern aus Deutschland, Australien, Griechenland, Frankreich, … und tatsächlich nur eine Schweizer Person. Also würde ich sagen, wir haben bisher noch nicht wirklich Anschluss gefunden – zumindest wenn man es auf die Schweizer bezieht. Generell Anschluss findet man natürlich schnell in der Arbeit oder über Vereine. Es gibt in der Schweiz wirklich viele Vereine und wenn man in ein oder zwei aktiv ist, kommt man sehr schnell mit anderen Leuten in Kontakt.
Was ist euer absoluter Lieblingsort, den ihr in den letzten 3 Jahren in der Schweiz entdeckt habt?
Das ist eine so wahnsinnig schwere Frage! Es gibt einfach unzählig schöne Orte. Was wir definitiv sagen können ist, dass unserer Meinung nach die schönsten Kantone das Berner Oberland, Wallis, Tessin, Graubünden und Appenzell sind.
Und der absolut schönste Ort? Vermutlich der Schweizer Nationalpark. Der schönste See bisher der Gelmersee und die schönste Ortschaft Zermatt mit dem Matterhorn.
Habt ihr oft Heimweh?

Gerade im ersten Jahr hat Claudia ziemlich stark Heimweh bekommen. Das lag aber auch daran, dass wir im ersten Jahr unsere Familien nur zwei Mal gesehen haben, was schon wenig ist. Mittlerweile haben wir kein Heimweh mehr. Natürlich vermissen wir unsere Familien, aber wir sind in 5-6 Stunden mit dem Auto in die Heimat gefahren und Videochat sei Dank, kann man akuten „Familien-weh“ schnell stillen.

 

 

So, das war es mit unserem 3 Jahres Q&A. Wir hoffen wir konnten euch eine guten Einblick aus unserem Leben in der Schweiz geben. Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare und wir werden sie dort beantworten. Auf in das vierte Jahr in diesem schönen Land!

Mount Cook Nationalpark

Mount Cook Nationalpark

Mount Cook – der größte Berg Neuseelands ist ein wahres Wahrzeichen und die Region um den Berg herum hat sich in unser Herz geschlossen. Was man alles in und um den Nationalpark erleben kann, haben wir euch hier zusammengefasst.

MOERAKI BOULDERS

Wenn man von Dunedin unterwegs zum Mount Cook ist, dann kann man einen kleinen Stopp bei den Moeraki Boulder einlegen. Diese kugelrunden Steine sind bereits über 60 Millionen Jahre alt! Besonders viel kann man hier nicht machen, außer ein paar Fotos zu schießen und am Strand zu chillen. Wir sind also nach der kurzen Pause gleich weitergefahren.

EINER DER SCHÖNSTEN ORTE NEUSEELANDS – LAKE PUKAKI

Mit Sicherheit kennt jeder Lake Tekapo. Wir waren dort und versteht uns nicht falsch, er ist auch wunderschön. Aber Lake Pukaki schlägt ihn um längen. Pukaki ist zwar nicht zum schwimmen geeignet, allerdings besticht der See durch seine Swimmingpool Farbe, den Blick auf Mount Cook (bei gutem Wetter) und den kostenlosen Campingplätzen direkt am See. Dieser Ort wird noch lange in unserer Erinnerung bleiben. Wir haben hier einen tollen Abend verbracht, unser Ginger Beer aus Hobbiton getrunken, gegessen und über Gott und die Welt gequatscht. 

DER HOOKER VALLEY TRACK

Um 04:15 Uhr hat der Wecker geklingelt und um 04:45 Uhr haben wir es geschafft loszulaufen. Mit unseren Stirnlampen bewaffnet haben wir uns auf zum Wandern begeben. Der Hooker Valley Track gilt als einfache und dennoch eine der schönsten Wanderungen der Südinsel. Auf dem Hinweg haben wir erst einmal nichts von der Schönheit gesehen, war ja noch dunkel, aber wir wollten gerne zum Sonnenaufgang am Ziel sein: Einem Aussichtspunkt am See mit Blick auf den Mount Cook. Das Wetter hat nur leider nicht mitgespielt, denn es war so bewölkt, dass man vom beeindruckenden Berg überhaupt nichts gesehen hat. Wir waren nun alleine an so einem traumhaft schönen Ort und konnten nicht viel sehen – ärgerlich. Aber ganz alleine waren wir tatsächlich gar nicht, denn wir hatten Gesellschaft von sieben frechen Keas. Diese Papageiart kommt nur in Neuseeland vor und ist absolut nicht scheu. Sie kamen und haben an unseren Rucksäcken geknabbert. Wahrscheinlich haben sie gehofft etwas zu essen zu finden. Die Keas haben unseren Aufenthalt ziemlich aufgepeppt müssen wir sagen. Nach etwa einer Stunde haben wir uns auf den Rückweg gemacht und haben nun erst die Schönheit des Pfades, auf dem wir gewandert sind, erkennen können. Nach und nach kam uns jedoch immer mehr Menschen entgegen und so waren wir wirklich froh, dass wir uns früh auf den Weg gemacht haben. Etwas enttäuscht vom Wetter haben wir uns dann am Abend dazu entschieden an einer Ausbuchtung am Lake Pukaki zu übernachten.

Am nächsten Morgen sind wir eher etwas später aufgestanden um das Wetter besser checken zu können. Und wir hatten Glück – das Wetter war traumhaft. Als wir aus unserm Camper geklettert sind und plötzlich eine unglaubliche und völlig unerwartete Aussicht auf Mount Cook entdeckten, sind wir kurz sprachlos geworden. 
Wir haben uns angeschaut, kurz überlegt und wussten sofort was der andere denkt: „Lass uns den Hooker Valley Track einfach nochmal laufen!“. Gesagt, getan. Um 09:00 Uhr ging es dann los. Als wir ankamen waren mehr Menschen als am Vortag vor Ort, aber das Wetter und diese Natur machte alles wieder wett und wir waren sehr froh, dass wir uns dafür entschieden hatten, den Weg nochmals zu wandern.

TASMAN GLETSCHER

Ganz nah am Hooker Valley Track findet sich der Tasman Gletscher. Von dortigen Parkplatz aus ist es nur ein 20 Minütigen Weg zum Glacier View Point. Man muss dazu sagen, der Weg besteht nur aus Treppen und Menschen mit starken Knie Problemen sollten sich überlegen sich das anzutun. Ansonsten ist der Weg gut machbar. 
Der Ausblick ist wunderschön und erschreckend zugleich, wenn man sich auf der ausgeschilderten Karte ansieht, wie groß der Gletscher früher einmal gewesen ist. Das kann man sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen. Wir wissen wir tragen zum Klimawandel bei, indem wir viel reisen. Man sollte sich seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt immer bewusst sein und überlegen wie man nachhaltig etwas für die Umwelt tun kann, sonst können die nächsten Generationen nichts mehr von dem Gletscher sehen.