Nusa Penida – Paradies südöstlich von Bali

Nusa Penida – Paradies südöstlich von Bali

Nusa Penida – eine absolute Trauminsel. Sie gehört zu Bali und liegt südöstlich davon zusammen mit den Inseln Nusa Lembongan und Nusa Ceningan. Balinesen kommen allerdings nicht sehr gerne hier her, da sie glauben, dass Dämonen und ein Riese die Insel bewohnen.

Obwohl Bali sehr schön ist, verpassen die Einheimischen auf Nusa Penida definitiv etwas, wenn sie sich zu sehr fürchten die Insel zu besuchen.

2018 haben wir nur eine Nacht hier verbracht und das haben wir schnell bereut. Zwei Tage, die uns so stark in Erinnerung geblieben sind, wie es nur selten der Fall ist.
Deshalb ging es 2023 erneut auf die Insel. Für 6 Tage!

WIE KOMMT MAN NACH NUSA PENIDA?

2023 sind wir mit der lokalen Fähre von Padang Bai aus gefahren, um unseren gemieteten Roller mitzunehmen. Von Padang Bai nach Nusa Penida fährt die Fähre zwei mal täglich, ausser Sonntags. Mittwochs ist es auch mal so, mal so.
Die erste Fähre fährt hierbei von Padang Bai ab ca. 10:00 Uhr und die Zweite ab 14:00 Uhr.
Von Nusa Penida zurück dann um 08:00 Uhr und die zweite Fähre um 12:00 Uhr.
Rechnet mit Abweichungen von einer Stunde und seid auf jeden Fall eine Stunde früher da.
Die Tickets kauft man am selben Tag, direkt beim Schalter. Die Kosten für einen Roller und zwei Personen lagen bei 120.000 IDR one way.
Die einzigen Personalien, die wir angeben mussten, waren unsere Vornamen.
Unsere Reisepässe mussten wir nicht vorlegen.
Die Fahrzeit beträgt ca. 1.5 Stunden, je nachdem wie der Wind und Wellengang ist.

2018 sind wir von Sanur aus mit einem Schnellboot Richtung Nusa Penida gefahren. Ihr müsst bei den Bootspreisen ziemlich aufpassen, diese variieren bis zu 400.000 Rupiah! Wir haben nur Angebote für 400.000 IDR One-Way und 600.000 IDR mit Rückfahrt gesehen, was uns zu teuer war. Uns ist dann die ganze Zeit ein Mann hinterhergelaufen und hat gerufen, dass er uns Helfen kann. Durch unseren Aufenthalt in Kuba waren wir allerdings zu misstrauisch und sind weitergegangen. Großer Fehler!

Wenn euch jemand ein Angebot macht, dann hört ihm ruhig zu. In Asien gibt es sehr viele nette Menschen, die einem etwas Gutes tun wollen. Natürlich gibt es auch Betrüger, aber wir hatten Glück. Letztlich haben wir pro Person nur 175.000 IDR bezahlt, was 25.000 IDR über dem einheimischen Preis lag.

Wir saßen mit anderen Deutschen zusammen, welche 500.000 IDR pro Person (für die Hin- und Rückfahrt) bezahlt haben. Wir waren richtig happy! 

Ich habe mich vorab erkundigt und 500.000 IDR scheint tatsächlich ein gängiger Betrag für Touristen zu sein, wenn ich mir so andere Blogs anschaue. Da man so viel aber für die Überfahrt auf eine Gili Insel bezahlt mit Rückticket, haben wir es nicht eingesehen für eine Strecke, welche halb so lang dauert, genauso viel zu bezahlen.

Wieso haben wir nicht gleich ein Rückfahrt Ticket gekauft? Wir wollten nicht zurück nach Sanur, sondern nach Padang Bai, aber diese Ticket Kombination wurde uns nicht angeboten. Also haben wir einfach gehofft für zurück wieder so einen guten Preis zu bekommen und so kam es dann auch. Letztlich mussten wir trotzdem nach Sanur, da nach Padang Bai kein Boot mehr gefahren ist. Trotzdem war das für uns die bessere Variante. Nusa Penida ist übrigens eine beliebte Tagesausflugs Insel für chinesische Touristen. Wenn ihr also das erste oder letzte Boot des Tages nehmt, dann müsst ihr euch auf sehr volle Boote gefasst machen. Unsere Hinfahrt war vormittags und sehr entspannt. Zurück hatten wir aber das letzte Boot und es war nicht sehr angenehm.

Wenn es sich für euch vermeiden lässt, nehmt die Boote gegen Mittag oder Nachmittag. 

KEINEN SCHWACHEN MAGEN!

Die Überfahrt mit dem Schnellboot dauert nach Nusa Penida ca. 35 Minuten. Diese Fahrt ist aber wirklich nichts für Menschen mit einem schwachen Magen. Es schaukelt sehr stark und es kann einem schnell schlecht werden! Es gibt verschiedene Bootsunternehmen, aber nach Nusa Penida scheint es keine schwarzen Schafe zu geben im Gegensatz zu den Unternehmen, welche zu den Gillis übersetzen. Man kann sich vorab natürlich über TripAdvisor über das jeweilige Unternehmen informieren, das haben wir aber nicht gemacht. Erst im nach hinein haben wir Erfahren, dass es wohl üble Unternehmen geben soll, welche keine Sicherheitswesten oder überhaupt Sicherheitsstandards haben. Teilweise wurde wohl Gepäck einfach ins Wasser geschmissen.

Bei uns war aber alles in bester Ordnung.

Das Gepäck wird an Deck verstaut, deshalb bringt vorher den Regenschutz an euren Rucksack an. Das Handgepäck durften wir regulär mit rein nehmen.
Wenn man ankommt, dann wird das Gepäck gesammelt am Strand deponiert und man kann sich seinen Rucksack (oder Koffer) schnappen und weiterziehen.

DIAMOND BEACH

2023 haben wir in der Koje Cottage am Diamond Beach übernachtet. Wir wollten diesmal im Osten der Insel sein, um es nicht weit zum Sonnenaufgang zu haben. Der Weg zum Diamond Beach hinunter, existiert übrigens erst seit ca. 2018. Vorher war der Strand nicht zugänglich.
Der Eintritt für den Strand beträgt 25.000 IDR pro Person und ein kleines Wasser ist im Preis inbegriffen. Das Parken kostet noch einmal 5.000 IDR. 
Der Abstieg zum Strand ist gar nicht so einfach. Die erste Hälfte geht eigentlich problemlos, da es auch ein Geländer gibt. Dann hört das Geländer auf, die Stufen werden schmaler und irgendwann gibt es dann ein Kletterseil und keine richtigen Treppen mehr. Für mich eine kleine Herausforderung, aber wenn ich das kann, dann könnt ihr das auch! Nehmt euch aber unbedingt genügend Wasser mit. Außerdem empfehlen wir festes Schuhwerk.
Der Diamond Beach ist wirklich wunderschön und zählt zu einer der schönsten Balis bzw. Nusa Penidas. Wir empfehlen euch unbedingt hierher zu kommen, allerdings nur, wenn ihr wirklich den Abstieg wagt. Ihr müsst den Eintritt nämlich auch bezahlen, selbst wenn ihr nur mal kurz die Aussicht anschauen wollt. 

1000 Islands Viewpoint

Auch östlich, gleich in der Nähe des Diamond Beach, findet ihr den 1000 Island Viewpoint. Er befindet sich direkt neben dem bekannten Fotospot „Treehouse“, welches wir euch nicht empfehlen würden. Als wir dort waren (um 6 Uhr morgens zum Sonnenaufgang), waren bereits zwei Herren dort, die pro Person 75.000 IDR für ein Foto einkassierten. Wenn man zu zweit aufs Bild möchte, muss man also knapp 9 € bezahlen. Das war es uns nicht Wert. Scheinbar sind sie nicht immer da, ihr könnt euer Glück ja mal versuchen. Wir hatten Pech.
Direkt daneben findet ihr aber den wunderschönen Aussichtspunkt – der zum Glück nichts kostet. Hier habt ihr eine Aussicht auf den Diamond Beach und er zählt definitiv zu den schönsten Ausblicken der Insel.
Ihr müsst etwas oberhalb parken und auf dem Rückweg wurden 5.000 IDR Parkgebühr fällig. Dann lauft ihr einige Stufen hinunter bis zum besagten Aussichtspunkt. Der Rückweg ist etwas anstrengend, aber es hält sich alles in Grenzen.

BROKEN BEACH

Einen kleinen Zwischenstopp solltet ihr beim Broken Beach einlegen. Die Aussicht hier ist auch wirklich unglaublich schön und wer eine Drohne dabei hat, kann tolle Aufnahmen machen! Viel mehr ausser Staunen kann man allerdings nicht, denn einen direkten Zugang zum Meer gibt es nicht.
Wer baden will, sollte bei „Angels Billabong“ vorbeischauen. Hier hat man die Möglichkeit in einem kleinen Abschnitt ins Wasser zu hüpfen. Da die Sonne schon am untergehen war, haben wir es hier aber nicht mehr hin geschafft.

Preis fürs Parken (Broken Beach & Angels Billabong): 5.000 IDR.

KELINGKING BEACH

Der berühmteste Ort auf Nusa Penida: Der Kelingking Beach. Aufgrund des Felsens, dessen Form, die an einen T-Rex erinnert, ist der Aussichtspunkt ein wahrer Instagram Star geworden. 2018 haben wir ihn verpasst und wollten ihn natürlich nachholen. Dieser Ort ist wirklich etwas besonderes. 1000 mal auf Instagram gesehen und in der Realität hat er uns trotzdem wahnsinnig beeindruckt!
Es gibt überraschenderweise keine Parkgebühren oder eine Eintrittsgebühr.
Am Aussichtspunkt angekommen, habt ihr verschiedene Möglichkeiten. Links am Zaun entlang (bergab), gelangt ihr hinunter zum Strand. Hier ist auch ein kleines Stück vom Zaun entfernt worden um Fotos direkt an der Klippe machen zu können.
Wir empfehlen, euch am Zaun eher rechts zu halten, dort könnt ihr nach oben laufen und habt eine ganz andere Aussicht und teilt sie mit fast niemanden.

Wir sind übrigens nicht zum Strand hinunter. Es war bereits Sonnenuntergang und wir wollten nicht im dunkeln wieder hinauf. Der Abstieg gilt als der härteste der Insel und generell sollte man gutes Schuhwerk dabei haben und sich nicht scheuen Teile zu erklettern. 

CRYSTAL BAY

2018 haben wir im Bintang Bungalow* übernachtet. Die Lage der Bungalows war für uns damals perfekt. Das Essen hier ist auch sehr lecker, ich kann es also rundum empfehlen. Ich habe super gerne in Bungalows geschlafen und die Bintang Bungalows sind mitten in der Natur. Der Nachteil ist, dass die Nachtaktiven Tiere wirklich sehr laut sind und ich am frühen Morgen den schreienden Hahn am liebsten den Hals umgedreht hätte. Aber das Feeling mitten im Dschungel zu sein, hat das alles wieder wett gemacht. 

Ca. 30 Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt, war die Crystal Bay und ganz ehrlich: So kristallklares Wasser haben wir beide in unserem Leben noch nie gesehen. Erst einmal ging der Weg die ganze Zeit steil bergab (na danke, der Rückweg wird ja super). Als wir ankamen, haben wir nicht lange gezögert und sind auf zum Schnorcheln. Wir hatten immer unsere eigene Ausrüstung dabei. Zum einen aus hygienischen Gründen und zum anderen kann man jederzeit und überall schnorcheln, wo man möchte und ist nicht darauf angewiesen, ob es einen Verleihshop gibt. Wenn man keine eigene Ausrüstung hat, kann man sich diese aber problemlos hier am Strand ausleihen.
Im Wasser angekommen fängt es erst einmal mit den toten Korallen an und plötzlich ist alles bunt. Wirklich nicht weit vom Strand entfernt sieht man die hübschesten Korallen und Fische. Hier kann es, nebenbei erwähnt, zu sehr starken Wellengang und Strömungen kommen. Bei uns ging es noch, zeitweise waren es ein paar höhere Wellen. Wer nicht sicher im Schwimmen ist, sollte die Wellen beobachten und überlegen, ob er ins Wasser geht oder nicht.

Wir waren so begeistert, dass wir nicht mehr aus dem Wasser wollten. Irgendwann muss man ja aber mal eine Pause einlegen und wir haben für 25.000 IDR eine Kokosnuss gekauft, um das frische Kokoswasser zu trinken. Mehr Urlaubsfeeling ging an diesem Tag wirklich nicht mehr.

Im September/Oktober kann man an der Crystal Bay übrigens den Mola Mola (Mondfisch) entdecken, welcher bis zu drei Meter groß wird. Da wir im Juni da waren, war uns der Anblick dieses Phänomens leider nicht möglich. 

TAUCHEN MIT MANTAS

2023 war es endlich soweit, nachdem wir 2018 die Mantas verpasst haben.
Wir haben einen Tauchtrip zum Manta Point gebucht. Wir haben übrigens gelernt, dass es einen Manta Point (zum Tauchen) und eine Manta Bay (zum Schnorcheln) gibt. Die Wahrscheinlichkeit Mantas anzutreffen ist am Manta Point höher, allerdings schwimmen die Mantas auch deutlich tiefer und zum Schnorcheln wäre das nichts. Gebucht haben wir unseren Tauchtrip über „Purple Dive“ und können diese Tauchbase auch guten Gewissens weiterempfehlen. Für knapp 100 € pro Person haben wir zwei Tauchgänge gemacht. Einmal zum Manta Point und einmal zu einen Korallenriff vor Nusa Lembongan. Zudem war im Preis auch noch ein einfaches Mittagessen inbegriffen.

Die Tauchschule war super professionell und die Leute wirklich sehr lieb! Wir waren unglaublich aufgeregt, ob wir denn endlich Mantas sehen. Einige der Mitarbeiter haben total mit uns mitgefiebert, da sie wussten, dass wir am besagten Tag unseren Hochzeitstag feiern.

Und dann war es so weit. Wir tauchen bereits ein paar Minuten, die Sicht ist sehr gut und ich höre eine kleine Glocke. Unser Instructor hatte die Glocke dabei um uns auf besondere Fische aufmerksam zu machen. Ich drehe mich zu ihm und sehe plötzlich einen riesigen Manta. Er kreist um einen Felsen. Wir schauen ganz aufgeregt, aber schwimmen nicht direkt auf ihn zu. Alle Taucher respektieren den Raum, den der Manta einnimmt. Wir warten und er schwimmt auf uns zu. Wir schwimmen parallel zu ihm und er fängt an zu wenden – Direkt auf mich zu. Weiche ich nun links oder recht aus? Ich werde kurz nervös und weiche schließlich nach links aus. Boah – was für ein Moment! Da Schwebt er ganz majestätisch an uns vorbei.
Dieser Augenblick hat sich bei uns ganz fest eingespeichert. Während ich diese Zeilen schreibe bin ich am Dauergrinsen. Schon alleine dafür hat es sich gelohnt wieder nach Nusa Penida zurückzukehren.

Bericht von 2018:
Ich wollte unbedingt Mantas sehen. So sehr. Aber wir wussten nicht so genau wie wir das anstellen sollten. Am Anreisetag war es zu spät und am Abreisetag mussten wir bis 12:00 Uhr auschecken, zudem ging die Fähre um 14:00 Uhr – das war alles recht knapp.
Als ich am Abreisetag nach dem Frühstück an der Rezeption nachfragte, war die nette Dame so enthusiastisch uns zu helfen und hat gleich mehrere Leute angerufen, um uns etwas zu organisieren. Es ging so schnell, wir hatten gar nicht realisiert was da passiert. Ich wollte ja eigentlich nur eine kurze Auskunft. Die Manta Tour hätten wir nämlich wahrscheinlich einfach von Bali aus noch buchen können. Es wäre also nicht schlimm gewesen, wenn es an diesen zwei Tagen nicht geklappt hätte. Aber alle waren so bemüht, das war klasse. Auschecken mussten wir also erst um 16:00 Uhr, ohne Aufpreis und wir konnten dann die letzte Fähre um 17:00 Uhr nehmen.
Mit dem Scooter wurden wir dann zu einer Base gefahren, welche die Manta Schnorchel Tour anbietet. Für den ganzen Hin- und Rück Transport sowie die Tour haben wir übrigens 350.000 IDR bezahlt.
Als Erstes haben wir den Manta Point angesteuert aber leider hatten wir Pech. Man sagt dem Manta Point eine Garantie von 98 % nach. Aber das mit diesen Prozenten ist ja so eine Sache. Scheinbar sind die Mantas morgens aktiver, gegen 08:00 Uhr hätte man ein Paar sehen können. Wir haben es erst gegen 11:00 Uhr geschafft, das war allerdings schon zu spät. Alex hat noch einen kleinen Manta gesehen, der aber sehr schnell davonschwamm und ich hab einfach nur ins Blaue gesehen. Ich war Anfangs so enttäuscht, aber die restliche Tour war trotzdem so schön, dass ich mich schnell wieder gefangen habe. Da wir keine Mantas gesehen haben, hat der Guide einen extra Ort angesteuert, also insgesamt vier Schnorchel Plätze. Ich weiß leider nicht, wie die Plätze hießen, aber wir haben unter anderem auch Buddha Statuen unter Wasser gesehen und Fische, die über einen Meter groß waren. Es war phänomenal. Wegen dieser unfassbar schönen Unterwasserwelt bleibt uns Nusa Penida auf jeden Fall in Erinnerung.

Die Rückreise

Das Hotel hat unsere Rückfahrt organisiert und wir haben wieder nur 175.000 RP pro Person bezahlt. Insgesamt für Hin- und Rückfahrt also 350.000 RP. Bei den Bootstickets hatten wir wirklich immer Glück im Gegensatz zu den Taxis. Es ist die gleiche Prozedur wie bei der Hinfahrt und wir sind wieder in Sanur gelandet.

Von Sanur aus ging es für uns dann mit dem Taxi nach Ubud.

Das lohnt sich nicht!

Wir haben auch Orte besucht, welche sich unserer Meinung nach vom Aufwand nicht gelohnt haben.
Zum einen der Suwehan Beach. Das liegt vor allem an der unfassbar steilen Straße dorthin. Wenn man es mal geschafft hat, ist das aber nur die halbe Miete. Man muss natürlich auch wieder einen Abstieg zum Strand runter wagen. Wir haben es gelassen – die Straße war schon abenteuerlich genug.
Der zweite Ort ist der Manta Point (Aussichtspunkt). Auch hier liegt es wieder an der Straße. Diese ist unbefestigt und wirklich schwierig zu befahren (zumindest mit 2 Personen und einem schweren Kamera Rucksack). Wir haben uns auf dem Weg einen Platten Reifen eingefangen – das war es wirklich nicht Wert. 

 

Lombok – Balis Nachbarinsel

Lombok – Balis Nachbarinsel

Schon einmal von der Insel Lombok gehört? In letzter Zeit durfte die indonesische Insel ein wenig Medien Präsenz genießen – leider nicht aufgrund seiner Schönheit, sondern der vielen Erdbeben.

Wir waren im Zuge unseres Bali Aufenthalts für fünf Tage in Lombok und haben festgestellt: Es sind viel weniger Touristen als in Bali.

Lombok liegt östlich von Bali und ist etwa 4.500 km² groß, also nur etwas kleiner, dafür deutlich weniger besucht als der benachbarte Touristen Magnet. 

ANREISE

Lombok besitzt einen internationalen Flughafen, also ist es durchaus möglich seinen Urlaub direkt in Lombok zu starten.

Wir sind per Boot von Gili Air für 6.000 RP pro Person (0,35 €) nach Bangsal/ Lombok übergesetzt, was die gängigste Methode war. Verlassen haben wir Lombok per Schnellboot nach Sanur/Bali für stolze 450.000 Rupiah (26,06 €) pro Personen. Ist aber auch eine verdammt lange Strecke.

Im Hafen von Bangsal warten übrigens nur ein paar Taxis, denn es gibt eine Art Grenzposten, bei dem Gebühren gezahlt werden müssen, wenn PKWs diesen passieren. Deshalb empfehle ich euch eine Roller Mitfahrgelegenheit zu organisieren (welche direkt im Hafen parken und keine zusätzliche Gebühr verlangen) oder ihr lauft außerhalb des Kontrollpunktes, bei dem eine große Anzahl an Blue Bird Taxis auf euch warten.

KEIN HINDUISMUS MEHR!

Lombok ist eine muslimische Insel und deshalb sollte man seine Kleidung entsprechend anpassen. Viele kombinieren einen Besuch in Bali mit Lombok und vergessen schnell mal, dass sie sich nicht mehr im hinduistischen und lockeren Bali befinden. Trägerlose Tops und Hotpants sind nicht so gerne gesehen. Auf die Muezzin muss man sich auch gefasst machen (die Gebetsaufrufe), wir wurden jeden Morgen von einem geweckt, obwohl die nächste Moschee nicht wirklich in der Nähe war. Wir waren übrigens während des Ramadan auf Gili Air und Lombok und hatten – entgegen aller Befürchtungen – keine Probleme etwas zu essen zu bekommen. 

MALARIA GEFAHR

Im Gegensatz zu Bali herrscht auf Lombok Malaria Gefahr. Ob sie wirklich so hoch ist, sei mal dahin gestellt. Auf Bali wird oft negativ über Lombok gesprochen, scheinbar um die Touristen auf Bali zu halten.

Die Gefahr besteht aber trotzdem, deshalb sollte man sich entsprechend vorbereiten. Wir haben vorab beim Arzt Malaria Tabletten bekommen, welche wir im Ernstfall sofort einnehmen könnten. Lange Kleidung ist empfehlenswert (ihr respektiert gleichzeitig die Kultur und Religion) und wenn ihr stichfeste Kleidung besitzt umso besser. Wir haben unsere Unterkünfte danach ausgewählt, ob Mückennetze vorhanden waren, hatten aber sicherheitshalber unser eigenes immer im Gepäck. Außerdem empfehle ich ein gutes Mückenspray. Wir haben das care plus deet 40 % genutzt und hatten keinen einzigen Stich während unseres Indonesien Aufenthalts. Besser geht’s nicht, oder? 

DER NORDEN LOMBOKS

Wir haben uns für die gesamte Zeit in Lombok einen Roller gemietet. Das ging ganz unkompliziert über unser Hotel und hat 100.000 RP pro Tag inkl. 2 Helmen gekostet. Wir waren nördlich untergebracht und haben die kurze Zeit auch nur im Norden verbracht, welchen wir aber wunderschön finden! In Kuta im Süden ist sicher mehr los und soll auch super zum surfen sein, aber wir haben es genossen kaum Touristen anzutreffen. Die Einheimischen haben uns immer zugewinkt und waren ganz neugierig wo wir denn herkommen. 

Unser erster Stopp in Lombok war der Wasserfall Gangga, welcher sehr leicht mit dem Roller zu erreichen ist. Nehmt euch in acht vor selbsternannten Guides. Eine Gruppe wollte sich uns aufdrängen und eine Tour für 200.000 RP geben (11,58 €). Wir haben mehrmals betont, dass wir keinen Guide benötigen und alles selbst erkunden möchten. Letztendlich sollten wir dann den offiziellen Eintritt bezahlen. Wir haben nirgends etwas von einem Eintritt gelesen, es gab auch kein Schild, aber wir haben es dann letztlich bezahlt, da wir auch keinen Ärger wollten. Wir haben also 50.000 RP zu zweit bezahlt (2,90 €) und dafür haben die Herrschaften wenigstens auf den Roller aufgepasst. 

Restaurant Tipp: Shibui Garden – das Restaurant wird von einem Kalifornier betrieben, welcher der Liebe wegen nach Lombok gekommen ist. Er ist Betreiber der kleinen Bungalow Hotel Anlage und Koch des Restaurants. Das komplette Areal wurde von ihm selbst, auf einem vorher leeren Grundstück, zusammengebaut. Amerikanische Burger, mexikanische Burritos und anderes wird hier sehr lecker zubereitet. 

VON TANJUNG NACH SENGGIGI

Von Tanjung ging es für uns mit dem Roller nach Senggigi. Die Strecke alleine ist es Wert nach Senggigi zu fahren, denn die Straße verläuft größtenteils an der Küste entlang und man hat das Meer auf der einen und die Palmen auf der anderen Seite. 
Wir sind dann bis Senggigi Beach gefahren und haben einen Roller Parkplatz gefunden, der nur von Einheimischen genutzt wurde. Das hat sich auch am Preis bemerkbar gemacht: Nur 5.000 RP (0,69 €) hat das Parken für den ganzen Tag gekostet. Dafür war es nur ein kleiner Strandabschnitt, der uns nicht sonderlich beeindruckt hat. Als der Abschnitt zu Ende war, kam eine riesige Hotelanlage und da wussten wir plötzlich, wo sich alle Touristen Senggigis aufhielten. Wir standen plötzlich inmitten Touris, die sich am Strand sonnten. Da lob ich mir unser Resort nördlicher, bei dem wir mit einem älteren deutschen Ehepaar die einzigen Gäste mitten in der Natur waren. Senggigi hat uns beide irgendwie nicht vom Hocker gehauen, deshalb sind wir zum Hindu Tempel Pura Batu Bolong gefahren. Eine Rarität im muslimischen Lombok und wirklich wunderschön direkt am Meer gelegen.

Der Eintritt beruht auf Spendenbasis, nur das Parken kostet 2.000 RP (0,12 €). Man bekommt dann eine Schärpe um den Bauch und darf eintreten.

Restaurant Tipp: Das Coco Beach liegt kurz vor Senggigi und hat eine traumhafte Lage am Meer. Man sitzt in einem kleinen Bungalow und kann sein Essen ordern. Nicht so günstig, aber wirklich lecker. Die Aussicht ist es absolut Wert!

Wir haben zu zweit 200.000 RP (11,58 €) gezahlt und Parkgebühren sind 3.000 RP (0,17 €)

SENARU UND DIE WASSERFÄLLE

1,5 Stunden sind wir mit dem Roller von unserer Unterkunft nach Senaru gefahren. Die kleine Ortschaft ist vor allem für zwei Dinge bekannt: Sie dient als Ausgangspunkt für die mehrtägige Vulkan Wandung auf den Rinjani, welche wir nicht gemacht haben. Zum einen fehlte uns Zeit und zum anderen die Fitness. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die zweite Sache, wofür Senaru bekannt ist, ist die älteste Moschee Lomboks. Wir haben sie zwar gesucht, aber nicht wirklich gefunden. Macht nichts, der Hauptgrund unserer Anreise sind zwei wunderschöne Wasserfälle:  Tiu Kelep und Sedang Gile.

Auf dem Weg zum Wasserfall hat uns ein local Guide abgefangen. Er wollte uns gerne für 150.000 RP (8,69 €) zu den Wasserfällen bringen. Ich hatte vorab gelesen, dass man den zweiten Wasserfall nur mit einem Guide aufsuchen sollte, da der Weg nicht so einfach wäre und auch durch einen Fluss führt, also war der nette Mann engagiert. Zwei Wasserflaschen und der Eintritt waren beim Preis inklusive. Wir fanden das fair und sind losgelaufen.
Der erste Wasserfall – Tiu kelep – war zum Zeitpunkt unserer Ankunft extrem überlaufen. Da wir, wie bereits erwähnt, zum Ramadan da waren, sind auch die Einheimischen in Scharen zum Wasserfall gepilgert. Wir sind dann einfach mal zum zweiten Wasserfall gelaufen und wollten uns Tiu kelep später ansehen. Der Weg ist etwas mühsam, es gehen viele Stufen runter und einige freche Äffchen warten am Wegesrand, um irgendetwas zu stehlen. Bei uns haben sie nur kurz nach einer Wasserflasche geschnappt, aber das wars auch schon. Der schlimmste Abschnitt folgte dann durch den Fluss – ich hab nämlich ganz empfindliche Fußsohlen und über Kieselsteine zu laufen ist für mich die Hölle. Aber da musste ich jetzt durch. Oder drüber.  Die Steine waren recht glitschig und im Wasser und auf den Felsen sitzen kleine Kinder die einem bei der Überquerung helfen wollen. Sie haben dann meine Hände gefasst und mich begleiten wollen, was mich nur mehr verunsichert hat, da ich Angst hatte auszurutschen und ein Kind versehentlich mitzureißen. Tatsächlich bin ich auch ausgerutscht, hatte aber zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise meine Hände frei.

Durchnässt und angespannt hab ich es dann auch endlich geschafft und der Anblick des Wasserfalls lies mich vor Freude strahlen. Das hat sich absolut gelohnt! Er war so wunderschön und wir hatten den Wasserfall fast komplett für uns. Der Weg ist scheinbar für viele zu weit. Einfach dauert die Strecke nämlich 45 Minuten, also 1,5 Stunden retour. Für uns gut investierte 1,5 Stunden und 150.000 RP für den Guide. Ohne ihn hätten wir den Weg wirklich nicht gefunden.  Es ging dann zum ersten Wasserfall zurück und die Lage hat sich schon etwas beruhigt. Es waren immer noch sehr viele Menschen da, aber nicht mehr so extrem wie vorher. So konnten wir noch den Tiu Kelep bestaunen, bei dem das Wasser direkt aus dem Vulkan Rinjani kommt. 

Fazit: Vier Tage sind zu kurz für diese wunderschöne Insel. Zumal wir nur einen Bruchteil vom Westen und Norden gesehen haben. Es gibt noch so einige schöne Flecken, welche wir irgendwann erkunden möchten. Bali ist schön, keine Frage, aber Lombok sollte man definitiv im Auge behalten.

Seid ihr schon einmal auf Lombok gewesen? Was hat euch besonders gefallen? Schreibt es uns Kommentaren!

Bali: Schildkröten Auffangstation Serangan

Bali: Schildkröten Auffangstation Serangan

Wisst ihr eigentlich, dass Alex und ich in Indonesien Eltern geworden sind? Unsere kleinen Babys haben wir Tony und Manni getauft und sie waren das Highlight für unseren letzten vollen Tag auf Bali.

Ach, mit Babys meinen wir natürlich Schildkröten. Klar, oder?
Eigentlich hätte ich den Ausflug zum Turtle Conservation and Education Center in Serangan auch noch im Beitrag zu Canggu unterbringen können, da wir das als Tagesausflug von dort aus durchgeführt hatten.
Das Thema liegt mir persönlich aber sehr am Herzen, weshalb es einen eigenständigen Blogbeitrag dazu gibt. 
Solltet ihr einen Trip nach Bali planen, so schaut doch dort vorbei. Die Auffangstation lebt komplett von Spenden und ist auf Besucher wie uns sehr angewiesen. Aber Achtung, es scheint in der Nähe ein Serangan Turtle Parc zu geben, welcher allerdings die Tiere nicht artgerecht hält und Touristen nur abzockt.

Bitte nicht verwechseln und das richtige Unterstützen!

Adresse: Jl. Tukad Punggawa, Serangan, Denpasar Sel., Kota Denpasar, Bali 80229, Indonesien

Geöffnet täglich von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

GEFÄHRDUNG VON SCHILDKRÖTEN

Zu Beginn möchte ich erst einmal aufklären, warum solche Schildkröten Auffangstationen so wichtig sind. Nicht jeder weiß, dass alle Meeresschildkröten vom Aussterben bedroht sind. Aber warum ist das so? Nun, die Antwort liegt wie so oft im Menschen begründet.
Eines der Hauptprobleme ist, dass Schildkrötenfleisch vor allem im asiatischen Raum sehr gerne gegessen wird. Auch der Panzer wird oft für Accessoires genutzt. Leider nützen Verbote hier kaum etwas, denn der Handel mit Schildkröten ist nach wie vor lukrativ. Früher wurden zum Beispiel etliche Schildkröten zu festlichen Anlässen in Bali gefangen und ihr Fleisch zubereitet – und solche festlichen Anlässe gibt es auf Bali sehr regelmäßig. Es wurde nun verboten. Ob sich daran gehalten wird, ist allerdings fraglich.
Der Fischfang ist auch eine Gefahr, da die Meerestiere entweder durch die Netze verletzt werden oder komplett dem Beifang erlegen und ersticken, da sie zum Luft holen nicht mehr an die Wasseroberfläche kommen können. Hier kann man als einzelner vielleicht nicht so viel tun aber beim nächsten Punkt schon: die Umwelt- & Meeresverschmutzung. Dadurch nehmen wir Menschen den Tieren ihren Lebensraum und vergiften sie mit unserem Plastikmüll.

Bei fast der Hälfte der sehr jungen Schildkröten finden sich vermehrt Plastikteilchen im Körper und bei den größeren Jungtieren sind es bereits fast jedes Vierte.

Sind sie ausgewachsenen kommt man immer noch auf jedes sechste Tier. Unfassbar, oder? (Quelle: „Scientific Reports“
Deshalb ist der Schutz dieser schönen Meeresbewohner so wichtig und es zeigen sich auch Erfolge. Seit 2017 geht die Population wieder nach oben (Quelle: „Science Advances“ Studie), weshalb wir nie aufhören dürfen uns für den Schutz der Tiere und der Umwelt zu bemühen.

TURTLE CONSERVATION AND EDUCATION CENTER IN SERANGAN

Wir haben uns ein Blue Bird Taxi von unserer Unterkunft in Canggu aus gerufen. Über die Blue Bird App kann man ganz unkompliziert ein Taxi buchen und sogar verfolgen wo der Fahrer momentan ist und wie lange er noch braucht. Der Taxameter war an und so konnten wir ihn ganz unkompliziert über Google Maps navigieren. 
Am Ziel angekommen, hat sich der Taxifahrer erst einmal ein Fußballspiel auf seinem Handy gegönnt. Er meinte, er würde auf uns warten, da wir hier niemals ein Taxi bekommen würden. Da hatte er nicht ganz unrecht und so viel mehr hatte es auch nicht gekostet.

Also haben wir ihn in Ruhe sein Spiel anschauen lassen und sind reingegangen. 

Eintritt kostet das Turtle Conservation and Education Center (TCEC) nichts, denn es existiert auf Spenden Basis. Wir haben etwas in die Spendenbox gelegt und es kam dann schon recht zügig ein junges Mädchen, das momentan dort als Freiwillige arbeitet um uns das Gelände zu zeigen. Falls euch so etwas interessiert: Sie suchen immer wieder Menschen, die gerne ehrenamtlich dort arbeiten würden

Die Hauptaufgabe des TCEC ist es verletzte Schildkröten zu retten und zu pflegen. Zudem gibt es einen speziell eingezäunten Bereich in dem die Eier vergraben werden, damit die Babyschildkröten in Ruhe schlüpfen können. Leider sind die Eier an den Stränden Balis durch die Touristen und den Wassersport nicht mehr wirklich sicher, weshalb auch hier nachgeholfen werden muss. Wir haben also eine Führung bekommen und uns wurden die verschiedenen Becken mit den verletzten Tieren (u. a. durch Fischernetze) gezeigt. Es gab dann auch ein Becken mit frisch geschlüpften Baby Schildkröten, welche ins offene Meer begleitet werden, wenn sie ca. 14 Tage alt werden. Wir wurden allgemein über Schildkröten und deren Bedrohung informiert und natürlich was das TCEC dagegen macht. Wusstet ihr, dass es sechs verschiedene Arten von Meeresschildkröten gibt? Fünf von diesen sechs Arten finden sich rund um Bali, weshalb diese Station umso wichtiger ist.

ADOPTION VON BABY SCHILDKRÖTEN

Der schönste Weg das TCEC zu unterstützen ist eine Babyschildkröte zu adoptieren und ins offene Meer zu begleiten. Zu den verschiedenen Becken mit verletzten Tierchen reihen sich Wassertanks mit frisch geschlüpften Babys ein. Die Tanks sind mit Meereswasser gefüllt und einer Pumpe ausgestattet, welche die Meereswellen imitiert. So ist der Kontrast vom Becken zum offenen Meer nicht allzu schlimm für die kleinen Racker. 
Für 150.000 Rupiah pro Person (etwa 9 €) durften wir uns aus dem Becken je eine Schildkröte aussuchen und mit einem Eimer raus schöpfen. Mir ist ein kleiner Schwimmer direkt aufgefallen – schneller als alle anderen ist er von einer Seite zur nächsten geflitzt. „Das ist meiner“, dachte ich mir und habe ihn mir geschnappt. Schneller als ich war er dann doch nicht. Wir durften ihnen dann Namen geben und wie im Eingangspost erwähnt hat meiner den Namen „Tony“ und Alex kleiner Wicht den Namen „Manni“ bekommen. Wir haben das ganze dann sogar auf eine Urkunde bestätigt bekommen und noch eine Kette in Turtle Form erhalten. Meine Hängt an meinem Schmuckständer, aber Alex trägt seine nach wie vor täglich. 
Mit den Schildkröten im Eimer geht’s dann per Van an den Strand. Also nahmen wir unsere Frischlinge in die Hand und haben sie sanft auf den Boden gelegt, damit sie selbständig ins Meer kriechen konnten. Tony war erst zu schüchtern und hat sich – am Boden angekommen – nicht mehr bewegt. Wirklich regungslos stand er da, obwohl er im Becken noch wie Wild gezappelt hat. Da habe ich ihn nochmal kurz in den Eimer getan, damit er sich frisch machen konnte. War wohl zu aufgeregt für sein neues Zuhause. Manni ist in der Zwischenzeit schon über alle Wellen hinweg geschwommen. Auf ein neues kleiner Toni! Diesmal war er schon mutiger und hat es dann auch ins Meer geschafft. Die Wellen haben ihn noch ein paar Mal zu mir zurückgespült aber irgendwann war er nicht mehr zu sehen.
Ob wir die beiden jemals wieder sehen? Wäre doch eine tolle Hollywood Idee. Schildkröte Tony rettet Schiffbrüchige junge Frau vor dem Ertrinken. Plot Twist: Sie hat ihn vor Jahren adoptiert und ins Meer begleitet. Ja, ja. Manchmal geht meine Fantasie mit mir durch. 

Die ganze Prozedur dauert nicht lange, aber es ist wirklich ein tolles Erlebnis und man hat etwas Gutes getan. Nach ca. zwei Stunden Aufenthalt waren wir zurück beim Taxi Fahrer, welcher mit seinem Fußballspiel fertig war und uns glücklich zurück in unsere Unterkunft gebracht hat.

Das war definitiv ein grandioses Erlebnis für unseren letzten Tag in Bali. 

Bali – Tauchen in Amed

Bali – Tauchen in Amed

In 2.5 Stunden und 80 km vom Trubel in Ubud entfernt, erreichen wir das kleine Fischerdorf Amed an der Ostküste Balis. 

Für die Fahrt mussten wir 700.000 RP bezahlen (in etwa 40 €). Das scheint etwas über dem üblichen Preis zu sein, da wir auch wirklich lange gefahren sind, empfanden wir den Preis dennoch als angemessen. Alleine die Fahrt nach Amed ist lohnenswert. Die Landschaft wurde immer bergiger und grüner – einfach wunderschön! Wir sind völlig in eine andere Welt eingetaucht. Waren wir vorher noch recht genervt von der ganzen Hektik in Ubud, war das ruhige idyllische Amed ein wahrer Segen.

AMEDS LANDSCHAFT

Ameds Landschaft spielt auf Bali in der oberen Liga. Überhaupt hat uns der Aufenthalt in Amed wirklich positiv überrascht.

Amed liegt umgeben von Bergen, Palmen und wunderschönen Stränden. Bei gutem Wetter hat man eine tolle Aussicht auf den Mount Angung und sogar bis nach Lombok. Die Strände sind überwiegend mit schwarzem Sand bedeckt, allerdings gibt es auch weiße Sandstrände. Erstere fanden wir persönlich spannender. 

Ein kleiner Tipp: Vom Strand aus kann man den Sonnenuntergang über dem Mount Angung beobachten und das war eines unserer Highlights in Bali! Wenn ihr abends am Strand unterwegs seid, schaut bei der BARracuda vorbei – leckere Cocktails und tolle Musik! Hier konnte ich richtig abschalten. Ich hätte den Barkeeper unbedingt nach seiner Spotify Liste fragen sollen, sie war wirklich grandios.

Die Straße zu Amed verläuft größtenteils an der Küste. Wenn ihr euch einen Roller mietet, könnt ihr also eine wunderschöne Tour durch die Natur Ost-Balis unternehmen. Falls ihr vorhabt ganz Bali mit einem Roller zu erkunden, könntet ihr ja die Anfahrt mit dem Roller wagen. Mir wäre das wahrscheinlich zu mühsam, aber die Strecke lohnt sich schon und ihr spart euch viel Geld.

In der Nähe von Amed befindet sich der Tirta Gangga Tempel, welchen wir im Zuge einer separaten Tour besichtigt haben. Wenn ihr aber da seid, solltet ihr auf jeden Fall vorbeischauen er ist unglaublich schön und auch hier lässt es sich gut entspannen.

Übernachtet haben wir übrigens im Oasis*, welches nur ein paar Gehminuten vom Strand entfernt ist. Es gab allerdings massig viele Bienen, was uns vor allem beim Frühstücken gestört hat. Die Mitarbeiter im Oasis waren aber so freundlich und haben das Essen auch aufs Zimmer gebracht. 

SCHÖNE UNTERWASSER WELT IN AMED & TULAMBEN

Wir haben direkt vor Ort einen Tauchgang für den nächsten Tag buchen können – also recht spontan. In Amed reiht sich eine Tauchschule nach der anderen, es sollte nicht schwer sein eine geeignete zu finden. Wir sind beide Taucher Neulinge und das war unser erster Tauchgang im Meer, entsprechend aufgeregt waren wir. Unterwegs waren wir mit den Jungs vom Baruna Dive Center und das war ein wahrer Glücksgriff. 
Sie hatten ihre Base direkt neben unserem Hotel und wir haben uns gut unterhalten, deshalb haben wir gleich gebucht.

Wir sind also mit einer kleinen Gruppe nach Tulamben, dem eigentlichen Tauch Ort gefahren. Der erste Spot war die USAT Liberty, ein Wrack das so nah an der Wasseroberfläche liegt, dass auch Schnorchler auf ihre Kosten kommen. 

Das Wrack war überseht mit Korallen. Es war kaum noch als Schiff erkennbar und die Fische waren zahlreich. Wir haben unter anderem Büffelkopf-Papagaienfische und auch einen Napoleon Fisch entdecken können. Es sind recht viele Taucher da, da es einer der bekanntesten Tauchspots in Bali ist. Die Taucher verteilen sich aber sehr gut, da das Wrack wirklich groß ist.

Für den zweiten Tauchgang waren wir am Tulamben Drop Off. Hier gibt es steile Korallenriffe und Lebewesen wie Muränen oder auch mal eine Schildkröte.

Wer in Bali tauchen möchte, sollte auf jeden Fall nach Tulamben fahren. Auch schnorcheln ist hier wunderschön, genauso wie in Amed selbst. 

Getaucht sind wir mit Nadi, einem einheimischen, der die Gewässer besser kennt als die anderen (ausländischen) Guides, da er seit seiner Kindheit in Tulamben taucht. Die anderen Guides sind sicher auch toll, aber wir waren froh jemanden zu haben, der die Begebenheiten unter Wasser wie seine Westentasche kennt.

ÜBERFAHRT ZU DEN GILLIS

Von Amed aus setzen Schnellboot zu den Gili Inseln über. Für die Tickets inkl. Transfer zum Hafen haben wir 200.000 RP bezahlt. Wobei der Transfer von unserer Unterkunft zum Hafen keine zehn Minuten gedauert hat.

Gefahren sind wir mit Freebird und haben wirklich gute Erfahrungen gemacht. Es gab die nötigen Sicherheitsstandards und es wurde für jeden noch Trinkwasser verteilt. Nach Gili Air hat es etwa über eine Stunde gedauert.

Gili Air – Relaxen mit Schildkröten

Gili Air – Relaxen mit Schildkröten

Von Amed auf Bali ging es für uns mit dem Schnellboot nach Gili Air, einer 1,7 km² kleinen Insel.

Die Gillis – drei Inseln vor der Nordwestküste Lomboks – genießen trotz ihrer kleinen Fläche von insgesamt 15 km² ein wachsendes Interesse. 

Gili Trawangan ist die größte und bekannt als Party Insel auf der am meisten los ist. Gili Meno, die kleinste, welche sehr ruhig sein soll. Daneben ist Gili Air – irgendwas dazwischen. 

Wir wollten nicht viel Trubel aber auch keine tote Hose also haben wir uns für Air entschieden. Für uns die richtige Entscheidung, denn nach dem ganzen hin und her gefahre in Bali brauchten wir mal zwei bis drei Tage zum relaxen bevor es nach Lombok ging. Es war wirklich deutlich ruhiger, zumal es keine Autos auf der Insel gibt. Das lauteste waren die Pferdekutschen, die aber auch eine Seltenheit waren und ab und zu fuhr mal ein elektrischer Roller vorbei.

ANREISE

Für die Fahrt nach Gili Air haben wir uns das Ticket für das Schnellboot der Firma „Freebird“ über unser Hotel buchen lassen, was unfassbar unkompliziert war. Eigentlich war 08:30 Uhr Treffpunkt, es ist dann aber 09:00 Uhr geworden. Geklappt hat trotzdem alles. Der Freebird Shuttle hat uns am Hotel abgeholt und direkt zur Anleger Stelle gefahren. Wir wurden gefragt auf welche Insel wir möchten, denn Air und Trawangan standen zur Auswahl. Daraufhin gab es einen Aufkleber mit einem „A“ für „Air“ und schon durften wir aufs Boot. 
Freebird kam mir sehr seriös vor, es gab ausreichend Sicherheitswesten und Getränke für alle Passagiere. Bei dem Nachbarboot einer anderen Firma sah es ziemlich chaotisch aus: Die Passagiere mussten an der Bootsreling entlangbalancieren, da das Boot so parkiert war, dass der Eingang nicht zum Strand, sondern zum Meer zeigte. Mit meinem fabelhaften Gleichgewichtssinn wäre ich garantiert ins Meer gefallen. Wie bereits einmal erwähnt, ging alles glatt bei allem was mit dem Bootsverkehr zu tun hatte, im Gegensatz zu den Taxi fahrten.

Die Überfahrt mit dem Schnellboot dauerte dann etwas über eine Stunde. Der Erste Halt war Gili Trawangan, danach ging es für uns nach Gili Air. Da die Insel so klein ist, konnten wir zu Fuß zu unserer Unterkunft laufen. In zwei Stunden hat man Gili Air übrigens einmal umrundet.

Inselhopping ist auf den Inseln ganz normal, da sie so dicht beieinander liegen. Lombok kann man auch bereits gut sehen und eine Überfahrt mit dem Boot dauert nur ca. 20 Minuten und kostet 12.000 RP (0,60 €).
Übernachtet haben wir praktisch am Strand im 
Salili Bungalow*, was fantastisch war, da es sogar extra Strand Tische für das Frühstück gab. Klare Empfehlung von mir! Was macht man denn nun auf so einer kleinen Insel? Nun, sie besteht eigentlich nur aus Hotels, Tauchschulen und Restaurants. Hier und da gibt es kleine Boutiquen oder einem Markt und das wars dann schon. Die Insel ist wirklich eher zum entspannen am Strand und tauchen sowie schnorcheln da. Abends kann man sehr gut etwas trinken gehen und am Strand die Sterne beobachten.

SCHNORCHEL UND TAUCHPARADIES

Die Gillis sind vor allem für eines bekannt: perfekte Bedingungen zum Schnorcheln und Tauchen! Wunderschön klares Wasser und bunte Fische heißen einen Willkommen und wenn man ganz viel Glück hat auch ein paar Schildkröten!

Wir haben einen Tauchausflug gebucht um zum Turtle Heaven zu kommen. Mit der Tauchschule bzw. dem Instructor waren wir nicht so zufrieden. Es fing damit an, dass er den Body-Check eher mager ausfallen lassen hat und ging damit weiter, dass er mich ziemlich gestresst hat unter Wasser, da ich nicht so schnell abgetaucht bin. Da ich öfter Probleme mit dem Druckausgleich habe, gehe ich sehr langsam runter. Bei einem mal hat er mich auch nach unten gezogen was wirklich gar nicht ging! Da er der einzige mit Tauchcomputer war, sind wir auch tiefer getaucht als wir dürfen – das fand er scheinbar lustig. Seriös ist was anderes und mit konservativen tauchen hat das nicht zu tun.

Bei dem ersten Tauchgang haben wir ein kleines Wrack erkundet und schon eine Schildkröte entdeckt. Es lagen auch alte Fahrräder am Grund, also sind wir eine Runde unter Wasser geradelt was auf der einen Seite wirklich amüsant war aber auf der anderen Seite ein mulmiges Gefühl gab, was denn alles an Schrott so am Meeresgrund liegt.

Der zweite Spot war dann Turtle Heaven und es war wirklich wie im Himmel! Ich wollte nicht mehr weg, wir haben über zehn Schildkröten gesehen und sie waren so ruhig und friedlich, man konnte sehr nah an sie heran gehen. Ein Traum – das werden wir so schnell nicht vergessen!

Es gibt an die 20 Tauch Plätze um die Gili Inseln, wenn ihr Taucher seid, wird es unfassbar schön für euch! Den Shark Point hätten wir auch gerne gemacht, aber wir hatten nur einen Ausflug mit zwei Tauchgängen und dann hieß es entweder oder. 

Auch als Schnorchler kommt man auf seine Kosten! Man muss zwar ziemlich weit rausschwimmen aber dann sieht man viele schöne Korallen und exotische Fische. 

FOOD EMPFEHLUNG

Wir haben zwei Restaurants in unser Herz geschlossen aus zwei unterschiedlichen Gründen. Einmal das Mexican Kitchen – ich weiß mexikanisch auf einer indonesischen Insel? Aber ganz ehrlich: Wieso nicht? Es war so lecker und der „Haushahn“, der gefühlt einen halben Meter hoch war, ist ständig um unseren Tisch gedümpelt, da er gestreichelt werden wollte. Das zweite Restaurant ist das Warung Alam Damai und hier sind wir scheinbar zufällig auf das beste Restaurant der Insel gestoßen. Wir haben Leute getroffen, die bereits zum dritten Mal in Folge zum Essen da waren und gerne die lange Wartezeit in Kauf nehmen, denn: First come, first serve. Die Bestellungen werden wirklich nacheinander abgearbeitet. Wir waren das zweite Paar und mussten trotzdem eine Stunde warten. Als der Siebte Tisch gefüllt war und es hieß „Sie müssen ca. zwei Stunden warten“, hatten die Kunden kein Problem. Sie waren schon hier und fanden es einfach am leckersten. Dann wartet man halt zwei Stunden. Das Essen war auch wirklich gut und ich werde nie vergessen, wie sich der Kellner über das Trinkgeld gefreut hat. Er konnte es nicht fassen und war einfach so dankbar! Das war so schön, es kam auch extra der Koch um sich zu bedanken. Das Restaurant solltet ihr wirklich besuchen, vor allem wegen der lieben Menschen, aber geht bloß nicht hungrig dorthin.